Großenkneten /Bakenhus Etwa 150 Interessierte haben am Freitag am 5. Wasserschutztag des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands (OOWV) auf dem Biohof Bakenhus in Großenkneten teilgenommen. „Bausteine für erfolgreichen Wasserschutz: Fördern – Erzeugen – Vermarkten“ lautete das Motto. In Fachvorträgen und bei einer Podiumsdiskussion ging es um die Frage, wie Landwirtschaft und Wasserschutz gemeinsam erfolgreich gelingen können.

„Wasserversorger und Landwirte haben dasselbe Ziel: Beide möchten das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen oder bewahren. Was zu Hause aus dem Wasserhahn kommt oder auf dem Esstisch landet, muss von guter Qualität sein“, sagte OOWV-Geschäftsführer Karsten Specht. Wasserschutz beginne aber auch schon im privaten Haushalt, betonte er und verwies dabei auf die Verantwortung der Kunden an der Ladentheke.

Specht erwähnte dazu die Bedeutung regionaler Produkte – insbesondere solcher, die einen Zusatznutzen für den Wasserschutz haben. Wie es gelingen kann, diese am Markt zu platzieren, war Thema einer Podiumsdiskussion. „In Zusammenhang mit weiteren Merkmalen wie Weide- oder Biomilch kann dieses ein weiteres Argument für Verbraucher sein“, zeigte sich Herbert Heyen, Vorstandsvorsitzender der Molkerei Ammerland, optimistisch. Nicole Nefzger (Forschungsinstitut für biologischen Landbau) riet zu einer „authentischen Kommunikation“ vom Feld bis zum Verkaufsort, um Produkte interessant zu machen, die dem Wasserschutz zuträglich sind: „Zeigen Sie die Gesichter der Menschen, die sich für Wasserschutz engagieren.“ Sie hatte zuvor in einem Vortrag die Initiative „Wasserschutzbrot“ als „essbaren Grundwasserschutz“ vorgestellt – eine Aktion der Regierung Unterfranken.

Dr. Bernhard Wagner (Wassergut Canitz) empfahl, alle Beteiligten von Anfang an in die Produktionskette einzubeziehen: „Ganz wichtig sind dabei die Landwirte in den Wasserschutzgebieten.“ Nina Schritt von der Geschäftsleitung der Kornkraft Naturkost GmbH in Huntlosen plädierte für einen generellen Wandel: „Wenn wir Gewässerschutz ernst meinen, dann müssen wir morgen auf hundert Prozent Bio umstellen.“

In den Fachvorträgen sprach Kay Schönfeld über die erfolgreiche Kooperation des OOWV mit der Landwirtschaft als Baustein des Wasserschutzkonzeptes. Er ist OOWV-Regionalleiter im Kreis Vechta. „Diese Zusammenarbeit erstreckt sich auf das gesamte Verbandsgebiet“, sagte Schönfeld. „Jeder Landwirt, der über den gesetzlichen Rahmen hinaus etwas für den Grundwasserschutz tut, ist uns wichtig“, betonte er. Dabei sei es zunächst unerheblich, ob ökologisch oder konventionell gewirtschaftet wird: „Wichtig ist, was am Ende dabei herauskommt.“

Karsten Specht verwies auf die Dringlichkeit der von der Europäischen Union (EU) geforderten Verschärfung der Düngeverordnung: „Übermäßig aufgebrachte Düngemittel gefährden die Qualität der Trinkwasserressourcen – und damit die Trinkwasserversorgung. Ein besserer Schutz der nitratbelasteten Gebiete muss konsequent umgesetzt werden.“ Mithilfe einer Novelle der Düngeverordnung könne das gelingen. Diese müsse eine vollständige Transparenz im Düngesystem schaffen und damit den Behörden die Informationen zur Verfügung zu stellen. Nach langen Diskussionen über schärfere Regeln hatte die Bundesregierung wenige Tage zuvor von einer Einigung berichtet. Die Vorschläge sollen an die EU-Kommission gehen.

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