Hockensberg Das seit langem geplante Gewerbe- und Industriegebiet in Hockensberg wird konkreter. Den entsprechenden Vertrag zur interkommunalen Zusammenarbeit zwischen Wildeshausen, Prinzhöfte und Dötlingen hat der Dötlinger Bauausschuss am Donnerstag bei einer Gegenstimme von Wieland Garms (FDP) dem Rat zur Zustimmung empfohlen. Gegen den Vertrag an sich sei nichts einzuwenden, aber die Liberalen seien gegen den umstrittenen Standort, so Garms.

Der Vertrag, den der Oldenburger Rechtsanwalt Dr. Martin Vogelsang ausgearbeitet hat, regelt die Zusammenarbeit der Beteiligten. Das sind neben den drei Kommunen als beratende Partner der Landkreis Oldenburg, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WLO) und die Samtgemeinde Harpstedt.

Die Bürgermeister von Dötlingen, Wildeshausen und Prinzhöfte bilden einen Lenkungsausschuss, der

Zähes Ringen um Industrie- und Gewerbeflächen

Seit 1989 beschäftigt sich die Gemeinde Dötlingen immer wieder mit der Ausweisung eines Gewerbe- und Industriegebietes an der Straße Brakland in Hockensberg. Die Anlieger standen der Planung von Anfang an ablehnend gegenüber.

Schwer tut sich auch die Stadt Wildeshausen mit der Ausweisung von Industrieflächen. Sie ringt seit 14 Jahren um die Ausweisung eines Industriegebietes rund um die Autobahnanschlussstelle Wildeshausen-West in Aumühle. Falls die Stadt die inzwischen auf 22,2 Hektar begrenzte Nettofläche kauft, fallen Kosten von rund 13,6 Millionen an. UWG und Grüne lehnen das Vorhaben ab.

Vor diesem Hintergrund hat sich der Wildeshauser Rat Ende Februar dafür ausgesprochen, beide Vorhaben in Hockensberg und Aumühle parallel voranzutreiben. Der Vertrag zur interkommunalen Zusammenarbeit in Hockensberg wird am 13. Juni beraten.

In Prinzhöfte wird sich der Rat am 20. Juni mit dem interkommunalen Vertrag befassen.

einstimmig alle notwendigen Entscheidungen trifft. Zusätzlich richten die drei Kommunen eine Projektgruppe ein, die die erforderlichen Maßnahmen vorbereitet, abstimmt und deren Ausführung überwacht. Die Projektgruppe, die mindestens einmal im Monat tagt, setzt sich aus Mitarbeitern der beteiligten Bauämter zusammen.

Das Gebiet in Hockensberg hat eine Gesamtfläche von 30 Hektar. Abzüglich der Areale für Verkehrsanlagen und Begrünung bleibt eine Nettobaulandfläche von 22 Hektar. Auf welchen Flächen tatsächlich Industrie möglich ist, muss noch geklärt werden. Der Verkaufspreis, der die Kosten decken soll, wird derzeit mit 25 Euro pro Quadratmeter avisiert.

Gemäß Vertragsentwurf werden die Kosten für Grunderwerb, Planung, Erschließung und Ausgleichsmaßnahmen zu 45 Prozent von Dötlingen, zu 40 Prozent von Wildeshausen und zu 15 Prozent von Prinzhöfte getragen. Nach diesem Schlüssel sollen später auch die Einnahmen in die Kassen der drei beteiligten Kommunen fließen.

Die Höhe der Kosten wird derzeit – bei einer Leitung des Abwassers nach Harpstedt statt nach Wildeshausen – auf knapp acht Millionen Euro geschätzt. Förderfähig davon sind rund fünf Millionen. Bei einer vorsichtig geschätzten Förderquote von 60 Prozent verbleiben rund zwei Millionen Euro bei den Gemeinden. Für Dötlingen wären das rund 900 000 Euro.

Wenn der Vertrag abgeschlossen ist, startet die erforderliche städtebauliche Planung, das heißt Dötlingen stellt einen Bebauungsplan auf. Weitere Realisierungsschritte sind der Erwerb der Flächen, die noch nicht im Besitz der Gemeinde Dötlingen sind, die Erschließung sowie die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen.

Bürgermeister Ralf Spille, der sich sehr froh über den Vertrag zeigte, betonte allerdings auch, dass noch viele Variablen geklärt werden müssen. Das betreffe zum Beispiel die genauen Kosten, die Untersuchung der vorkommenden Vogelarten, die Schmutz- und Regenwasserableitung sowie die verkehrlichen Erschließung.

Wie Spille weiter ausführte, wollen alle Beteiligten bis zu den Sommerferien über den Vertrag befinden.

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Uta-Maria Kramer Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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