Seit 1979 wohnen und arbeiten in der Hofgemeinschaft Grummersort in Wüsting täglich mehrere Generationen und Familien zusammen, um eine biologisch-dynamische Landwirtschaft zu betreiben. Wie genau das funktioniert, schaute sich die Klasse 10 D der Graf-Anton-Günther-Schule (GAG) Oldenburg an.

Unter der Leitung des Landwirts Eike Frahm wurden die Schüler über den Hof geführt. Frahm wird im Mai aus Oldenburg mit seiner Frau und seinen beiden Kindern auf den Hof nach Grummersort ziehen, um den Demeter-Hof mit zwei weiteren befreundeten Familien zu übernehmen. Die Gründerfamilien werden im Gegenzug in den Ruhestand gehen.

Von der besonderen Arbeitsweise profitieren auch Schulklassen: Eine Sozialpä-dagogin steht auf Wunsch bereit, wenn zum Beispiel im Rahmen des Sachkundeunterrichts ein spezielles Thema erforscht werden soll. Darüber hinaus kooperiert der Hof seit vielen Jahren mit der Waldorfschule: Einige der Klassen fahren wöchentlich zur Hofgemeinschaft und helfen in der Gärtnerei mit.

Interessierte können sich ohne Anmeldung freitagnachmittags den Hof in Wüsting ansehen und die Arbeitsweise erkunden.

Im Unterschied zu den eher üblich spezialisierten Höfen fiel den Besuchern die Vielfalt der Tieren auf: Das neugierige Grunzen der 30 Schweine an der frischen Luft mischte sich mit dem Blöken der kleinen Schafherde, außerdem leben Hühner und 28 Kühe auf dem Hof.

„Bei uns dürfen die Kühe im Gegensatz zu konventionellen Höfen ihre Hörner behalten. Dies war früher Normalität, wurde aber heutzutage durch die hohe Verletzungsgefahr in zu engen Laufställen verboten. An den Ringen, die auf den Hörnern unserer Kühe zu finden sind, kann sogar das Alter der Kuh abgelesen werden“, sagt Eike Frahm.

Die Tiere haben von Frühjahr bis Herbst Tag und Nacht Weidegang und im Winter Auslauf im Laufhof. Falls eines der Tiere krank wird, kann es mit Naturheilmitteln und Homöopathie behandelt werden.

Bei der Führung erkundeten die Besucher die Gärtnerei und die Käserei, die sich neben dem Melkstand befinden. Der Duft der frischen Brote aus der hofeigenen Bäckerei weckte Erinnerungen an Omas warme Backstube, deren Anziehungskraft durch die winterlichen Temperaturen noch verstärkt wurde.

Landwirt Frahm berichtete den Schülern, dass man von allen eigens erwirtschafteten Produkten, die unter anderem auf 27 Hektar Ackerland angebaut werden, etwa 300 Menschen pro Jahr versorgen könne. Somit würden sich nach dieser Aufteilung circa acht Menschen die Erzeugnisse einer Kuh „teilen“.

Die Tiere bekommen hofeigenes Futter wie Heu, Molke und Getreide, wodurch der ökologische Fußabdruck erheblich vermindert wird, erklärt der Landwirt. Weil sich kein Hofladen lohnen würde, war es für die Oldenburger Schüler interessant zu erfahren, dass sich die Hofgemeinschaft in Wüsting hauptsächlich durch die Einnahmen von regelmäßigen Käufern, Teilnehmern der solidarischen Landwirtschaft und Verkaufsständen auf Wochenmärkten in Oldenburg und der näheren Umgebung finanziere.

Außerdem ist eine sogenannte Hofkiste mit frischen Produkten erhältlich. Ganz nach Bedarf und Vorlieben kann sie zusammengestellt werden.

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