Gemeinde Hatten /Wegberg /Bremervörde „Obwohl die Wasserbüffel in den beiden von uns naturschutzfachlich betreuten Projekten erst einige Wochen im Einsatz sind, sind wir bereits jetzt in der Wahl der auf diesen beiden Flächen grasenden Tierart vollauf bestätigt worden“, freut sich Sarina Pils, Leiterin der Ökologischen Nabu-Station Oste-Region.

Wie erhofft, schafften die Tiere Strukturen in den zuvor monotonen Rohrglanzgrasflächen und erweiterten und öffneten die vorhandenen Wasserstellen. Damit entstehe neuer Lebensraum u.a. für Limikolen (Wiesenvögel) und Laichgewässer für Amphibien. Weiterer positiver Aspekt: Die Wasserbüffel drängen die Birken zurück und pflegen auf diese Weise den Magerrasen. „Auch haben sie scheinbar eine Vorliebe für die ,Späte Traubenkirsche’“, ist Sarina Pils überrascht.

Besuch der Büffelfarm

Ihr Urteil: Die Nabu-Station sei bereits vor Beginn der Beweidungsprojekte vom „Internationalen Förderverband zum Einsatz des Wasserbüffels als Landschaftspfleger“ (IFWL) sehr gut beraten worden. „Unser Dank gilt besonders den Verbandspräsidenten Peter Biel und Dr. René Krawczynski für ihre hilfreiche Zusammenarbeit in den Projekten.“ Auch der Besuch der Büffelfarm in Hatten und der erste Kontakt mit den imposanten und robusten großen Pflanzenfressern sei „sehr überzeugend“ gewesen, so die diplomierte Landschaftsökologin.

Beide Beweidungsprojekte in „Hamersen“ (acht Hektar Grünland mit Magerrasen, Kleingewässern und Eichen-Mischwald) sowie „Elmer Berg“ (14 Hektar Rethflächen mit Rohrglanzgras und Schilf, kleinen Wasserflächen, Magerrasen, Heideflächen, offenen Sandflächen und einer gehölzbestandenen Geestkante) werden von der Ökologischen Nabu-Station Oste-Region (ÖNSOR) – einer Einrichtung des Nabu Niedersachsen mit Sitz in Bremervörde – naturschutzfachlich begleitet. Zu ihren Aufgaben gehört die Betreuung ausgewählter Flora-, Fauna-, Habitat (FFH) und Landschaftsschutzgebiete im Landkreis Rotenburg/Wümme wie beispielsweise die Oste mit ihren Nebenbächen.

Insekten profitieren

Im Rahmen ihrer Tätigkeiten arbeitet die Station eng mit der Naturschutzbehörde des Landkreises Rotenburg sowie verschiedenen Akteuren vor Ort zusammen. Dazu gehören insbesondere die Flächeneigentümer, Jäger, Angler, Landwirte, die Forst und Unterhaltungsverbände.

„Auch wir freuen uns sehr über diese Kooperation“, betont der Hatter Büffelzüchter Peter Biel, der schon seit zwei Jahren auch mit dem Biohof Müller in Wegberg/Mönchengladbach zusammenarbeitet. Von dort werden seine einjährigen Jungtiere übernommen und weiter aufgezogen. „Von hier aus können wir jetzt auch neue Projekte mit geschlechtsreifen Büffelkühen ,versorgen’. Der nicht für die Weiterzucht benötigte männliche Nachwuchs wird in Wegberg geschlachtet und die Fleisch- und Wurstprodukte im Hofladen und Lebensmittelhandel verkauft“.

Ein Highlight im Projekt Hamersen ist für Sarina Pils und Peter Biel gleichermaßen das erstmalige Vorkommen des vom Aussterben bedrohten Kurzflügelkäfers „Emus hirtus“, der seit fast zehn Jahren zunächst auf der Forstweide in Huntlosen, dann beständig auf dem von den Wasserbüffeln gepflegten Naturdenkmal „Rackelsberg“ in Sandhatten nahezu heimisch geworden ist. Neben dem Vorkommen zahlreicher Schmetterlingsarten und anderer Insekten kann er als deutlich sichtbarer Nachweis einer erfolgreichen Arbeit für den Erhalt der Artenvielfalt gelten.

Der IFWL hatte 2018 in der Gemeinde Hatten zwei Meilensteine mit einer mehrtägigen Fachtagung gefeiert: 20 Jahre Landschaftspflege mit Wasserbüffeln in Deutschland und das zehnjährige Bestehen des Verbandes. Unter den Gästen war Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies.

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