Gemeinde Hatten Blühstreifen sehen nicht nur schön aus, sie helfen auch den Insekten und anderen Tieren beim Überleben. Das hat sich mittlerweile herumgesprochen. Das Interesse an dem Thema ist entsprechend groß und zeigte sich am Dienstagabend beispielsweise bei der Feldrundfahrt des Hegerings in Dingstede. Vom Feuerwehrhaus machten sich etwa 90 Teilnehmer auf den Weg, darunter Vertreter der Ratsfraktionen, des Nabu und später auch Bürgermeister Christian Pundt.

40 Hektar, das sind 400 000 m² hat allein der Hegering in diesem Jahr mit Unterstützung von Landwirten, der Bäckerei Bruno und der Öffentlichen Versicherung in Hatten angelegt. Die kleinste Fläche ist nur zehn m² groß, die größte 6000 m². Dr. Josef Kuhlmann, Leiter der Fachgruppe Pflanzen bei der Landwirtschaftskammer, unterstreicht die Bedeutung dieser Bemühungen. „Hatten liegt damit landkreisweit an zweiter Stelle.“ 250 Hektar an Blühstreifen seien von den zehn Landvolkvereinen landkreisweit angelegt worden. Hatten liege mit 40 Hektar deutlich über dem Durchschnitt. Die Landwirte hätten für diesen Erfolg auf Erträge verzichtet, dafür gebühre ihnen Lob.

Die Bereisung zeigte in Dingstede am Beispiel eines dreiviertel Hektar großen Versuchsfeldes, dass sich in einer weitgehend kultivierten, wirtschaftlich genutzten Landschaft zusätzliche Nahrungsangebote durch Wildkräuter sofort auf die Vielfalt an Hummeln, Bienen und Schmetterlingen wie Kohlweißling und Zitronenfalter positiv auswirken. Kuhlmann regt an, zusätzlich zu den Blühstreifen ortsnah Abbruchkanten zu schaffen oder Boden frei zu schieben, damit Wildbienen und andere Insekten mit Bodennestern noch bessere Lebensbedingungen finden. Gemeinsam mit dem Landvolk im Ammerland würde gerade untersucht, wie sich die Auswahl bestimmter Saatmischungen auf den Wildbienenbestand auswirke.

Im Zuge der Nahrungskette habe alles, was für Insekten getan werde, positive Folgen für andere Tiere. „Bodenbrüter wie Fasane und Rebhühner profitieren vom vermehrten Insektenvorkommen“, so Kuhlmann. Pflanzen mit energiereichen Kernen wie z. B. Sonnenblumen helfen Finken, Meisen, Wachteln oder auch Feldlerchen. Sein Tipp an alle Gartenbesitzer: Pflanzen mit offenen Blüten wählen, mehrjährige Mischungen aussäen und den Mut haben, zumindest Teile des Gartens sich selbst zu überlassen – „Mut zum wilden Garten“.

Das Landvolk ist mit seinen Bemühungen um bessere Lebensbedingungen für Insekten in Hatten nicht allein. Viele weitere kleinere Flächen ergänzen das. So verteilte der Nabu zum Beispiel im Frühjahr Samentüten der „Hatter Bienenweide“ und bot Blühstauden und andere insektenfreundliche Pflanzen an. Zwei weitere Beispiele: Auf dem neuen Friedhof in Kirchhatten haben Kindergartenkinder gemeinsam mit dem Friedhofsgärtner Hergen Neumann vor ein paar Wochen eine Blühwiese angelegt. Der Erfolg ist jetzt zu sehen.

In Wiemerslande, das spätestens nach dem Tabularaaza-Festival am 3. August, überregional bekannt sein dürfte, hat der Hof Meyer mit Hilfe 64 Paten einen 3000 m² großen Blühstreifen entlang eines Maisfeldes angelegt. Der Hof darf sich jetzt mit dem Etikett „Bienenfreundlicher Landwirt“ schmücken.

Die Sandkrugerin Marianne Brüning freut sich besonders über die blühenden Blumen am Kiebitzweg. „Es ist eine wahre Freude, für Ältere eine Erinnerung an die eigene Kindheit, für die Jungen eine ganz neue Erfahrung“, so ihr Kommentar zur NWZ.


Mehr Infos unter   www.nwzonline.de/insketenjahr 
Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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