Ganderkesee Bäume auf privaten Grundstücken werden in der Gemeinde Ganderkesee weiterhin nicht geschützt. Nachdem die Gremien des Rates das bisherige Verfahren – die Unterschutzstellung per Beschluss in jedem Einzelfall – seit dem vergangenen Jahr nicht mehr praktizieren, schaffte der Ausschuss für Landwirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz am Mittwochabend Klarheit: Mit knapper Mehrheit wurde beschlossen, „Bäume auf privaten Grundstücken (...) nicht mehr unter Schutz zu stellen“. Ausnahmen sollen durch Festlegung in Bauleitplänen und im öffentlichen Raum möglich bleiben.

Ein entsprechender Antrag der CDU, formuliert von Ratsherr Günter Westermann, fand Unterstützung bei der FDP, den Freien Wählern und der UWG – obwohl deren Ausschussmitglied Thorsten Busch zu Beginn der Debatte noch betont hatte: „Wir können mit einer Baumschutzsatzung leben.“ Von einer Satzung war im weiteren Verlauf aber immer weniger die Rede.

Dafür versuchten SPD und Grüne, für ihren Antrag auf Erstellung eines Baumschutzkatasters eine Mehrheit zu finden. „Das ist nur eine Liste“, warb Michael Sorg (Grüne) um Unterstützung und widersprach der Verwaltung, die einen immensen personellen und finanziellen Aufwand befürchtete. Letztlich kam der Antrag aber gar nicht mehr zur Abstimmung: Mit sieben gegen sechs Stimmen setzte die CDU ihre Forderung nach völligem Verzicht auf Baumschutz auf privaten Grundstücken durch.

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„Man kann uns nicht unterstellen, dass wir kein Faible für Bäume haben“, wies Günter Westermann den Verdacht von sich, dass die Baumschutz-Gegner, speziell Landwirte, nur den schnellen Griff zur Säge im Sinn hätten. „Warum stehen denn so viele Bäume auf den Hofstellen? Weil die Besitzer sie gepflanzt, gehegt und gepflegt haben!“ Aber die Kosten für Bäume, die unter Schutz gestellt würden, „können nicht den Eigentümern zu gemutet werden“, so der CDU-Ratsherr und Landwirt. Zahl und Heftigkeit der Stürme nehme zu und vielfach würden sich Versicherungen schon weigern, Sturmschäden abzudecken.

Die Versicherung des Grünen Michael Sorg, dass man private Baumbesitzer nicht alleine lassen wolle mit den Belastungen, die durch Unterschutzstellung entstehen, verfing nicht. Die Mehrheit sah es so wie FDP-Ratsherr (und ebenfalls Landwirt) Jürgen Struthoff: „Wir müssen die Verhältnismäßigkeit wahren und den Bürgern zutrauen, dass sie das Richtige tun.“

Hergen Schelling Leitung / Redaktion für den Landkreis Oldenburg
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