Ganderkesee Den absoluten Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel fordern die Grünen im Ganderkeseer Rat für alle kommunalen Flächen. Auch bei Verpachtungen für eine landwirtschaftliche Nutzung solle die Gemeinde ein entsprechendes Verbot vertraglich verankern, heißt es in einem Antrag der Fraktion. Der Kommunalservice Nordwest und von ihm beauftragte Dienstleister sollten ebenfalls zum Pestizid-Verzicht verpflichtet werden.

Das ist aber offenbar gar nicht mehr nötig, denn der Kommunalservice setze in Ganderkesee und Hude „schon ewig“ keine Pestizide mehr ein, versicherte Geschäftsführer Uwe Nordhausen auf Nachfrage der NWZ – abgesehen von ganz seltenen Ausnahmen auf Sportplätzen. „Wir wenden ausschließlich mechanische Verfahren an“, sagte Nordhausen, „auch wenn die Arbeit so schwieriger zu bewältigen ist“. Zur Unkrautbeseitigung würden vornehmlich Stahlbürsten und Fadenmäher eingesetzt, auf Waldwegen und unbefestigten Flächen auch sogenannte Tennenpflegegeräte mit einem Harkenmechanismus und nachgelagerten Walzen und Bürsten.

Ein thermisches Verfahren mit heißem Wasser sei vor einigen Jahren getestet worden, so Nordhausen, „aber damit haben wir keine guten Erfahrungen gemacht.“ Neben der mangelhaften Beseitigung des Unkrauts sei der erforderliche Energieaufwand zum Aufheizen des Wassers höchst fragwürdig.

Die Grünen wollen mit ihrem Antrag vor allem den Artenschutz fördern. „Für viele Tier- und Pflanzenarten im kommunalen Raum sind Pestizide ein Verhängnis“, erklärt Fraktionsvorsitzender Dr. Volker Schulz-Berendt. Aufgrund der stetigen Intensivierung der Landwirtschaft seien Siedlungsgebiete oft „die letzten Rückzugsorte für bedrohte Arten, die in der Agrarlandschaft keinen Lebensraum mehr finden.“ Deshalb könnten Kommunen Verantwortung und eine Vorreiterrolle für den Artenschutz übernehmen – und „auch für die menschliche Gesundheit, die Lebensqualität und den Tourismus“.

In dem Antrag wird zudem die Förderung „bienen- und insektenfreundlicher Projekte“ gefordert. Die Gemeinde solle ihre Bürger „über die Bedeutung von Biodiversität informieren“ und giftfreie Maßnahmen beim Gärtnern aufzeigen.

Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
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