Ganderkesee In Naturschutzfragen konnte Georg Müller streiten wie kaum ein anderer: Er teilte heftig aus, steckte selbst allerhand ein, hat aber immer wieder seine Stimme erhoben, um sich für die Umwelt einzusetzen. Diese Stimme ist nun verstummt: Am Sonntag starb Georg Müller im Alter von 69 Jahren infolge einer schweren Erkrankung. Er hinterlässt seine Frau Gisela und seinen Sohn Tim.

Einen Namen gemacht hat sich der Ganderkeseer vor allem als Wallhecken-Experte. Schon vor 40 Jahren begann er mit der Kartierung dieser natürlichen Feldbegrenzungen in der Region. Durch Vorträge, Aufsätze und Führungen gelang es ihm, auch die Öffentlichkeit für dieses Thema zu sensibilisieren.

Bereits 1989 veröffentlichte Müller ein erstes Buch über Wallhecken in Ganderkesee. Das war nur eine kleine Fingerübung im Vergleich zu seinem Meisterwerk (viele und er selbst auch nannten es sein Lebenswerk) mit dem Titel „Europas Feldeinfriedungen“. Die fast 1300 Seiten starke Dokumentation, für die er in fast drei Jahrzehnten rund 50 Länder bereiste, brachte dem gelernten Maschinenschlosser höchste Anerkennung in Fachkreisen und diverse Auszeichnungen ein.

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Daneben war Georg Müller auch als Pilzexperte ein gefragter Mann. Er lehrte Mykologie an Volkshochschulen und wurde immer wieder bei Vergiftungen zurate gezogen.

Für den Naturschutz hat der Verstorbene sich vielfältig ehrenamtlich engagiert: Er gründete unter anderem die Interessengemeinschaft Bürsteler Fuhrenkamp und die Naturkundliche Arbeitsgemeinschaft Ganderkesee. 1990 saß er für kurze Zeit als Vertreter der Unabhängigen im Gemeinderat, später noch als Berater im Umweltausschuss. Nach der Tsunami-Katastrophe Ende 2004 kurbelte Müller eine erfolgreiche Spendenaktion für Flutopfer auf Sri Lanka an.

Im vergangenen Jahr plante die Gemeinde Ganderkesee, mit Müllers Unterstützung einen Wallheckengarten als Anziehungspunkt für Touristen wie Experten anzulegen. Die Pläne liegen noch in der Schublade – Georg Müller kann ihre Umsetzung nun nicht mehr miterleben.


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Hergen Schelling Leitung / Redaktion für den Landkreis Oldenburg
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