Ganderkesee /Landkreis /Delmenhorst 1994 begann alles. Damals kaufte Andreas Klisch (heute 70) die Tjalk „Maryart“ in Friesland und verholte sie an die Hunte nach Oldenburg. Der frühere Frachtsegler sollte langfristig als Domizil des Vereins „Museumshafen Oldenburg“ dienen. Was dann folgte, war eine lange „Reise“ des 1911 in Winschoten gebauten Schiffes. Eine Reise, die jetzt an der Ochtum enden könnte.

Unter dem Dach des Museumshafen-Vereins mit Sitz in Prinzhöfte soll die Maryart nun endgültig als Veranstaltungs- und Ausstellungsort hergerichtet werden. Ein Vorhaben, welches schon 2006 bis 2009 an der Hunte realisiert werden sollte – gefördert durch die damalige Arge. Geklappt hatte das nicht, dann war es lange ruhig um die Maryart – bis sie dann ihren Weg auf die Ochtum fand und dort einen Liegeplatz suchte.

An Mündung geankert

Den hat, nach einigen Problemen, der mittlerweile in Ganderkesee lebende Andreas Klisch jetzt an der Mündung der Lynsbrake in die Ochtum gefunden. „Seit drei Jahren bin ich jetzt hier“, erzählt er vor Ort und die Hoffnung auf „Kunst- und Kulturarbeit vom Schiff aus“ hat er bis heute nicht aufgegeben. In diesem Jahr will der ehemalige Lehrer, der in Harpstedt und Delmenhorst unterrichtete, den Frachtsegler fertigstellen. „Das Schiff ist von der Substanz her sicher“, sagt er. Allerdings sei der Motor, obgleich schon in Oldenburg generalüberholt, momentan nicht angeschlossen. Auch der Laderaum, der bei dem Projekt mit der Arge – an dem 40 arbeitslose bzw. schwer vermittelbare Jugendliche und Erwachsene mitwirkten – erhöht wurde, ist noch nicht fertig hergerichtet. Von den geplanten Kajütenumbauten ganz zu schweigen.

Geld durch Hausverkauf

50 000 bis 80 000 Euro, sagt Andreas Klisch, habe er schon in die Maryart investiert, „so genau habe ich das aber nie mitgeschrieben“. Aktuell wolle er sein Haus am Timmendorfer Strand verkaufen und mit dem Erlös die restlichen Arbeiten erledigen.

Wenn denn ansonsten alles klappt: Der Verein „Museumshafen Oldenburg“ ist von früher 30 auf zehn Mitglieder geschrumpft und auch der Liegeplatz in der kleinen Mündungsbucht ist nicht sicher. „Ich würde schon gerne in diesem Bereich bleiben, weil dank Ochtumschleuse und -sperrwerk das Schiff hier die nötige Sicherheit hat“, erklärt der Eigner. „Auf den Fluss kann ich, vor allem bei dem Wetter jetzt, nicht hinaus.“ An seinem Liegeplatz bleiben kann er aber auch nicht, wenn es nach dem Ochtumverband geht. „Wir möchten, dass Herr Klisch das Schiff dort entfernt“, betont Matthias Stöver, Geschäftsführer und Verbandsingenieur des Ochtumverbands. Der Verband ist für den Bereich zuständig und befürchtet sowohl Umweltschäden als auch Gefahren bei Hochwasser. „Das Schiff könnte sinken“, sagt Stöver als Beispiel mit Blick auf Zustand und Alter der Maryart.

Fristen verstrichen

Auf sämtliche Bedenken habe der Ochtumverband den Schiffseigner schon mehrfach hingewiesen, „aber er hat alle Fristen verstreichen lassen“. Man prüfe jetzt, zusammen mit der Stadt Delmenhorst, auf deren Gebiet die Bucht liegt, das weitere Vorgehen.

Andreas Klisch fühlt sich derweil im Recht. „Ich habe auch einfach keine Alternative“, betont er. Er habe schon in Bremen und auch im Landkreis Wesermarsch nach Liegeplätzen gesucht – und keinen geeigneten gefunden. Er will weiter Gespräche mit dem Ochtumverband führen – und hofft auf Einsicht.

Positive Signale

Seine Idee, aus der alten Tjalk einen Ort der Kunst und Kultur zu machen, sei hingegen beim Landkreis Oldenburg schon auf offene Ohren gestoßen. Es habe „viele positive Signale“ gegeben und einen Antrag auf Förderung des Projektes habe er auch schon gestellt. Auch weitere Vereine und Organisationen aus der Gemeinde Ganderkesee und der Region seien an seiner Idee interessiert.

 Andreas Klisch sucht noch Fotos von ähnlichen Frachtseglern auf der Ochtum. Wer solche Fotos hat oder Informationen zum Projekt haben möchte, erreicht Klisch unter Telefon  01522/42 61 766.

Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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