Ganderkesee Der Ganderkeseer Tennisverein wird endgültig „zu Grabe getragen“. Mit diesen Worten umriss der 1. Vorsitzende Ralf Kotzott am Donnerstag das, was für ihn und seine Vorstandskollegen noch zu tun ist. Der Verein werde zum Jahresende aufgelöst, kündigte er gegenüber der NWZ an. Der Beschluss werde in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung getroffen, ein Termin stehe noch nicht fest.

Ganterbouler machen weiter

Der Verkauf des Tennisgeländes am Schlutterweg betrifft auch die „Ganterbouler“, die seit 2003 eine eigene Abteilung innerhalb des Ganderkeseer Tennisvereins bilden. Nördlich der Tennisplätze, von der Wagnerstraße aus erreichbar, verfügen sie über einen selbst angelegte Bouleplatz mit sechs Feldern.

„Wir machen weiter, bis die Bagger kommen“, sagte Henry Geller, Sprecher der Ganterbouler, auf Nachfrage der NWZ. Das habe der neue Eigentümer zugesichert. Und für die Zeit danach sei er guten Mutes, dass ein neuer Platz zum Spielen gefunden werde.

Es gehe auch ohne die Vereinsstrukturen des GTV, meinte Geller. „Wir werden eigenständig weitermachen.“ Die Ganterbouler zählen rund 30 Aktive.

Hohe Forderung

Außerdem hat der Vorstand einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Delmenhorst eingereicht. Das Gericht habe ihm mitgeteilt, dass ein Insolvenzverwalter bestellt sei, der in der kommenden Woche die Lage des Vereins begutachten werde, so Kotzott. Mit diesem Schritt reagiere der Vorstand darauf, dass der bisherige Verpächter Carsten Weyhausen weiterhin auf die Begleichung der über viele Jahre angehäuften Pachtrückstände für die Tennisanlage am Schlutterweg bestehe. Laut Kotzott geht es um „eine Forderung im unteren sechsstelligen Bereich“.

Nach Kotzotts Angaben ist das Gelände mittlerweile an einen neuen Eigentümer verkauft worden. Weyhausen bestätigte dies auf Nachfrage der NWZ knapp. Seine Forderungen an den Verein halte er aufrecht, sagte er weiter. Über den Insolvenzantrag sei er bisher noch nicht informiert worden.

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Damit geht die 46-jährige Vereinsgeschichte am Schlutterweg endgültig zu Ende. 1972 hatte sich der Ganderkeseer TV gegründet und den Spielbetrieb auf dem Gelände des damaligen Atlas-Motels aufgenommen, das er von der Familie Weyhausen pachtete. Während des Tennis-Booms in den 80er- und 90er-Jahren zählte der Verein mehr als 600 Mitglieder.

Noch 180 Mitglieder

Danach jedoch ging die Zahl kontinuierlich zurück – heute gehören noch rund 180 Mitglieder dem GTV an. Entsprechend sanken die Beitragszahlungen und es wurde immer schwieriger für den Verein, die Pacht zu begleichen. Zeitweise schien eine Einigung zwischen dem GTV und Weyhausen möglich, im vergangenen November jedoch sprach der Verpächter dem Verein die Kündigung zum Jahresende 2018 aus. Versuche des GTV, mit Unterstützung der Gemeinde zu einer neuen Anlage zu kommen, liefen letztlich ins Leere.

Ein „kleiner Lichtblick“ ist für Ralf Kotzott, dass der neue Eigentümer die Nutzung der Tennishalle noch bis zum nächsten Frühjahr zugestanden hat. Der GTV habe noch so viele Abonnements verkauft, dass die laufenden Kosten zu decken seien. Nach der Vereinsauflösung werde ab 1. Januar Tennistrainer Georg Saghmeister der Ansprechpartner sein.

Was mit dem Gelände am Schlutterweg passiert, ist offiziell noch nicht bekannt. Aus dem Rathaus hieß es auf Nachfrage, dass sich Verwaltung und Politik bisher nicht mit einer Änderung des Bebauungsplans befasst hätten. Zurzeit ist hier noch ein Sondergebiet zur Tennisnutzung ausgewiesen. Ralf Kotzott geht davon aus, dass der neue Eigentümer eine Wohnbebauung plant.

Neue Plätze?

Er habe aber auch erfahren, so Kotzott weiter, dass im nördlichen Bereich drei Tennisplätze angelegt werden sollen. Wer darauf dann spielt? „Der GTV jedenfalls nicht mehr“, stellte Kotzott klar.

Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
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