Ganderkesee Seit knapp zwei Wochen ist die Fockestraße in Hoykenkamp eine Baustelle: Der Teilbereich zwischen den Einmündungen Am Holz und Am Sportplatz wurde komplett gesperrt, hier haben die Arbeiten im ersten Bauabschnitt begonnen. Die Straße bekommt dort auf fünf Metern Breite eine komplett neue Trag- und Deckschicht. Auch Teile der Kanalisation müssen saniert werden.

Bis Mitte Juni soll der erste Bauabschnitt abgeschlossen werden, danach arbeiten sich die Baufirmen in drei weiteren Abschnitten von der Einmündung Am Sportplatz bis zum Bahnübergang voran. In diesem Bereich, der stärker befahren ist und einen höheren Anteil an Lkw-Verkehr verzeichnet, wird die Fockestraße sechs Meter breit ausgebaut.

Deckschicht zum Schluss

Der nächste Bauabschnitt zwischen Am Sportplatz und Am Teich soll bis Ende August fertiggestellt werden, danach geht es im dritten Teil weiter bis zur Querspange und der vierte Abschnitt umfasst schließlich den kurzen Bereich zwischen Querspange und Bahnlinie. Erst zum Schluss, vermutlich Ende Oktober, wird auf der ganzen Strecke die Deckschicht aufgebracht. Die Aufteilung in die einzelnen Abschnitte soll unter anderem sicherstellen, dass alle Anlieger jederzeit ihre Grundstücke erreichen können. Besonders wichtig ist dies für die beiden großen Unternehmen an der Fockestraße, Palfinger Tail Lifts und Neuhaus Neotec, die auf tägliche An- und Ablieferungen angewiesen sind.

Im Haushaltsplan 2019 sind für die Erneuerung des 540 Meter langen Straßenabschnitts 750 000 Euro veranschlagt. Vermutlich würden die Kosten am Ende aber noch höher liegen, sagte Sabine Finke, Leiterin des Fachdienstes Straßen und Verkehr im Rathaus. Genaue Summen seien derzeit noch nicht kalkulierbar. Einige Nachbesserungen bei der Planung – etwa die Schaffung von Beeten im Fahrbahnbereich zur Verkehrsberuhigung – dürften auf jeden Fall noch zusätzlich zu Buche schlagen.

Die Straße wird auf den 540 Metern Gesamtlänge komplett neu angelegt – obwohl dort seit mehr als 80 Jahren der Verkehr rollt, gilt die Maßnahme als Erstausbau. Das bedeutet für die Anlieger, dass sie massiv zur Kasse gebeten werden: Nach der Erschließungsbeitragssatzung der Gemeinde Ganderkesee sind sie mit 90 Prozent an den Kosten zu beteiligen. Bei gewerblicher Nutzung verdoppelt sich der Beitrag, der nach Grundstücksfläche und Geschosszahl berechnet wird, noch einmal.

So kommt es, dass die beiden Firmen an der Fockestraße aufgrund ihrer großen Grundstücke und höheren Gebäude den Löwenanteil der Erschließungsbeiträge leisten müssen. Während die übrigen Anlieger mit Beträgen zwischen 700 und 3100 Euro rechnen können, ist nach Schätzungen der Gemeinde bei Palfinger von rund 435 000 Euro auszugehen, bei Neuhaus-Neotec wären es knapp 110 000. „Diese Summen sind nach wie vor realistisch“, bestätigte Peter Meyer, Leiter des Fachbereichs Gemeindeentwicklung im Rathaus. An der Erhebung der Erschließungsbeiträge sei auch nicht zu rütteln.

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Firmen warten ab

„Daran rütteln wir auch nicht“, sagte Palfinger-Geschäftsführer Fotis Sfendonis auf Nachfrage der NWZ. „Die Straße muss erneuert werden, und dass es sich um eine Ersterschließung handelt, haben wir geprüft.“ Gleichwohl suche das Unternehmen nach Möglichkeiten, die Zahlungen zu vermindern. Bei Neuhaus-Neotec will man laut Karsten Sprenger, Leiter Produktion und Technik, abwarten, bis die Rechnung kommt. Beide Firmen wollen sich rechtliche Schritte vorbehalten.

Hergen Schelling Leitung / Redaktion für den Landkreis Oldenburg
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