Ganderkesee /Delmenhorst Die Mitarbeiter trugen Flieger-Uniformen, die Feier fand am Flugplatz statt und die Einladung war als Boardingcard gestaltet – es war kein Flugkapitän oder Luftfahrtunternehmer, der da am Donnerstagabend im Ganderkeseer Airfield-Restaurant im Mittelpunkt stand, aber ein zuverlässiger und beständiger „Pilot“ des regionalen Handwerks: Nach 35 Jahren im Amt verabschiedete die Kreishandwerkerschaft Delmenhorst/Oldenburg-Land feierlich ihren Geschäftsführer Hartmut Günnemann.

Zum Jahresende geht der 63-Jährige in den Ruhestand. Die Entscheidung sei ihm nicht ganz leicht gefallen, räumte Günnemann vor rund 80 Gästen ein. „Die Kreishandwerkerschaft war über weite Strecken mein Leben.“ Aber jetzt sei der richtige Zeitpunkt für „ein neues Leben in unbekanntem Luftraum, genannt Ruhestand“. Er sehe die Kreishandwerkerschaft auf einem stabilen Kurs mit verlässlichen Strukturen, sagte der scheidende Geschäftsführer. „Das sollte die Fortsetzung des Flugbetriebes möglich machen.“

Aber mit veränderter Besatzung: 300 Betriebe in neun Innungen umfasst die Kreishandwerkerschaft, die für die Stadt Delmenhorst sowie den östlichen Landkreis Oldenburg (Ganderkesee, Dötlingen, Harpstedt und Wildeshausen) zuständig ist. Als Hartmut Günnemann 1983 seine Tätigkeit als Geschäftsführer aufnahm, waren es noch 700 Mitgliedsbetriebe in 14 Innungen, wie der langjährige Kreishandwerksmeister Harald Mausolf in einem „Rundflug über 35 Jahre“ berichtete.

Nicht nur die Strukturen in Verbänden und Betrieben haben sich verändert, auch die Anforderungen an das Handwerk sind heute ganz anders als vor dreieinhalb Jahrzehnten: Prozesse wie Digitalisierung und Automatisation hat Günnemann fachkundig begleitet, Herausforderungen wie den Fachkräftemangel gehörten in den letzten Jahren zu den prägenden Themen. Seinen „unendlichen Einsatz für die Geschäftsstelle“ in Delmenhorst würdigte Kreishandwerksmeisterin Britta Franke und griff wieder zu einem Bild aus der Fliegersprache: „Wir hatten viele schöne, nicht immer einfache Starts und Landungen.“

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Günnemann sei ein „absolut verlässlicher Kollege“, sagte Cornelia Höltkemeier, Geschäftsführerin der Landesvereinigung Bauwirtschaft Niedersachsen. Er habe stets den Blick nach vorne gerichtet, was auch die „perfekte Vorbereitung“ der eigenen Nachfolge beweise: Carsten Bleckwenn, der ab 2019 die Geschäftsführung der Kreishandwerkerschaft übernimmt, konnte sich schon seit 1. August an Günnemanns Seite „einarbeiten“.

In die Lobeshymnen zum Abschied stimmte schließlich noch Heiko Henke ein, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Oldenburg: „Dem Handwerk geht es gut“, meinte er, „das hat nicht nur mit Hartmut Günnemann zu tun – aber auch!“ Und dann spielte das Musiker-Duo „Time to say Goodbye“.

Hergen Schelling Leitung / Redaktion für den Landkreis Oldenburg
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