Ganderkesee Am guten Willen scheitert es nicht – da sind sich Dr. Klaus Müller, Vorsitzender des Fuhrenkamp-Schutzvereins, und sein Amtsvorgänger Dr. Klaus Handke einig. Vielfach fehle es einfach an Ideen, wie Gärten insekten- und damit auch vogelfreundlich gestaltet werden können. Der Fuhrenkamp-Schutzverein hat diese Ideen und möchte daraus keine Geheimwissenschaft machen: In der Broschüre „Insektenfreundliches Ganderkesee sind zahlreiche Tipps zusammengestellt – ab sofort ist das DIN-A5-Heft erhältlich (siehe Infobox).

Ab sofort zu kaufen

Erhältlich ist die Broschüre „Insektenfreundliche Gärten“ für eine Schutzgebühr von 2 Euro an folgenden Orten: im Rathaus und im Schreibwarengeschäft Stöber in Ganderkesee, im Bürgerbüro in Bookholzberg, in der Buchhandlung Lesen & mehr in Hude sowie in der Gilde-Buchhandlung in Wildeshausen.

Auf 28 Seiten umfasst sie zahlreiche Tipps für die naturnahe Gartengestaltung. Ergänzt werden die Hinweise durch viele Farbfotos.

NWZ-Leser dürften bei der Lektüre allerlei Bekanntes entdecken. Die Beiträge von Klaus Handke sind zuvor bereits im Rahmen einer Serie in der Nordwest-Zeitung erschienen. Nach einer Überarbeitung haben Handke und Ehefrau Pia Handke – beide sind als Landschaftsökologen in Ganderkesee tätig – zusammen mit Hartwig Lambracht die Broschüre zusammengestellt. Der Fuhrenkamp-Verein übernahm die Produktionskosten.

„Nachdem unsere vorherige Broschüre bereits fast vergriffen ist, waren wir mutig und haben die Auflage auf 500 erhöht“, berichtet Vereinschef Müller. Thematisch gliedere sich das Heft in die aktuellen Aktivitäten des Vereins ein: Nachdem Mitglieder im vorigen Jahr die Sandgrube in Rethorn entkusselt haben, sollen nun die Sandgrube in Schlutter und mehrere zugewachsene Schlatts in Angriff genommen werden. Zudem engagiert sich der Verein für naturbelassene Acker- und Wegerandstreifen und bei der Aktion „Bienenglück“.

„Das Thema Insektensterben ist in aller Munde“, sagt Klaus Handke, aber die praktische Umsetzung von Gegenmaßnahmen lasse zu wünschen übrig. „Dabei gibt es viele sehr kleinteilige Maßnahmen, die sich im Siedlungsraum und sogar auf einem Balkon umsetzen lassen.“

Eine entscheidende Voraussetzung: den eigenen Drang nach (vermeintlicher) Ordnung zu unterdrücken. „Es hilft, wenn man im Herbst zumindest in einer Ecke des Gartens einen Laubhaufen liegenlässt“, nennt Handke ein Beispiel. Grundsätzlich sei es wichtig, in Gärten insektenfreundliche Strukturen zu schaffen. „Ein einzelnes durchgestyltes Insektenhotel bringt noch nicht viel“, sagt Pia Handke.

Beim Nahrungsangebot für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten gilt es, die gesamte Vegetationsperiode über ein Blühangebot zu schaffen und das möglichst mit heimischen Pflanzenarten. Eine Hecke aus Kirschlorbeer oder Rhododendren beispielsweise bietet vielleicht Vögeln Unterschlupf und Insekten Nahrung, aber Insekten wie Zikaden würden dort keine Eier ablegen, so Klaus Handke.

Dass auch ein englischer Rasen wenig insektenfreundlich ist, versteht sich von selbst. Ganz und gar aufs Mähen verzichten müssen Gartenbesitzer indes nicht: Handke rät, kleine Streifen oder Inseln mit Kräutern und Blütenpflanzen stehen zu lassen und vielleicht auch etwas seltener mit dem Rasenmäher anzurücken.

Karoline Schulz Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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