DüNGSTRUP Eigentlich wollte sie Fachkraft für Lebensmitteltechnik werden. Nun hat sie ihren Traumberuf gefunden: Landwirtin. Jasmin Wehling, 19 Jahre jung, aus Goldenstedt, hatte am Mittwoch auf dem Hof der Familie Behrens in Düngstrup ihren ersten Arbeitstag. Und auch Marcus Harting (17) aus Visbek-Norddöllen trat hier am gleichen Tag die praktische Phase seiner dreijährigen Ausbildungszeit an. Er hatte zwar mit dem Gedanken gespielt, Elektriker zu werden. Doch inzwischen sagt er aus voller Überzeugung: „Landwirt ist mein Traumberuf.“

Mehrere hundert Nachwuchskräfte aus dem Landkreis traten am 1. August erstmals ihren Dienst beim neuen Arbeitgeber an. Doch noch haben viele Unternehmer Plätze frei. Vor allen in den 14 anerkannten „grünen Berufen“ sind bundesweit noch mehr als 1000 Ausbildungsstellen unbesetzt, wie Bernhard Wolff, Geschäftsführer des Kreislandvolkverbands Oldenburg, weiß. Die Landwirtschaft habe sich zu einer hoch technisierten, modernen Branche mit anspruchsvollen, vielfältigen Berufsbildern entwickelt. Gerade deswegen nehme die betriebliche Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften stetig zu. „Leider konnten viele Betriebe nicht bedient werden“, sagt auch Kreislandwirt Jürgen Seeger. Allein im Landkreis seien noch etwa 20 Ausbildungsplätze in den „grünen Berufen“ frei, davon allein zehn im Bereich Landwirtschaft/Tierwirte. „Bis Ende der 80er-Jahre hatten wir allein in Wildeshausen zwei Berufsschulklassen, die aus allen Nähten platzen“, erinnert sich Egbert Kruse, zuständig bei der Bezirksstelle Oldenburg-Süd der Landwirtschaftskammer für Aus- und Fortbildung. „Heute sind wir froh, wenn pro Jahrgang 15 bis 20 Schüler in einer Klasse sind.“ Insgesamt gibt es im Bereich Süd (Landkreise Oldenburg, Cloppenburg, Vechta sowie die Städte Oldenburg und Delmenhorst) rund 180 Ausbildungsverträge für den Beruf des Landwirts.

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Jasmin Wehling und Marcus Harting mussten am ersten Arbeitstag in Düngstrup gleich „kräftig ran“. Gemeinsam mit Niklas Behrens wurde auf einer Fläche von gut zwölf Hektar Raps gedroschen. Touren mit dem Treckergespann zur Genossenschaft waren für beide kein Problem. Ihre Eltern haben landwirtschaftliche Höfe. Sie kennen das Geschäft. Bereits an diesem Donnerstag geht’s um 6.30 Uhr los. Dass es in ihrem künftigen Beruf „keine festen Arbeitszeiten“ gibt, geben beide als „Pluspunkt“ an. Marcus wird auf dem Hof von Dr. Henning Behrens und seiner Frau Heide wohnen. „Ausbildung hat bei uns schon Tradition“, sagt der Chef. „Wir hatten schon Jugendliche aus der ganzen Bundesrepublik hier.“ Das soll auch so bleiben.

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Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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