MEIERHAFE Gerd von Seggern von der Arbeitsgruppe Elektrosmog hat in Meierhafe Abstrahlungen gemessen. Empfohlene Richtwerte würden deutlich überschritten.

Von Karsten Kolloge MEIERHAFE - Gerd von Seggern traute seinen Augen kaum. Vor Weihnachten hatte sich der Sprecher der „Arbeitsgruppe gegen Elektrosmog“ ein Messgerät gekauft, um die Strahlenbelastung im Bereich der vorhandenen 110-kV-Freileitung vor seiner Haustür zu ermitteln. Das Ergebnis: Teilweise seien Werte so hoch gewesen, dass das Gerät sie gar nicht mehr anzeigen konnte. „Wie hoch wird erst die Belastung sein, wenn die 380-kV-Leitung von Ganderkesee nach St. Hülfe kommt!“, sorgt sich von Seggern.

Im Januar hatte der Gruppensprecher mit der Mess-Reihe in Meierhafe begonnen. In 25, in 50, 75 und 100 Metern Entfernung von der Leitung brachte er gelbe Markierungen auf der Straße an – die Messpunkte. Sein Interesse galt den „Bestandteilen“ des Elektrosmogs – der magnetischen Flussdichte und der elektrischen Feldstärke.

Folgendes hat er herausgefunden: Bei der magnetischen Flussdichte liege die auch von Ärzten unterstützte Richtwertempfehlung bei 200 Nanotesla (nT) – tatsächlich werde in Meierhafe das zwei- bis sechsfache erreicht. Bei der elektrischen Feldstärke würden „unter 10 Volt/Meter“ (V/m) empfohlen. Tatsächlich habe er stellenweise mehr als 2000 V/m gemessen. Besonders hoch seien die Belastungen morgens und mittags zur Essenszeit.

Von Seggern räumte ein, dass die gesetzlichen Grenzwerte in Deutschland höher seien – „Steinzeitwerte“, so seine Einschätzung (magnetische Flussdichte 100 000 nT, elektrische Feldstärke 5000 V/m). Andere europäische Länder hätten ganz andere, viel strengere Grenzwerte.

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Auf die Belastungen durch die 110-kV-Leitung hat Gerd von Seggern jetzt in Briefen an Niedersachsens Ministerpräsidenten Christian Wulff und Umweltminister Hans-Heinrich Sander aufmerksam gemacht. Wenn die Eon wie geplant die 380-kV-Freileitung baue, dann sei mit noch mehr Elektro-smog zu rechnen, ist er sich sicher.

In der Folge der „ständigen Strahlungen“ befürchtet von Seggern Gefahren für die Gesundheit der Menschen in der Nähe der Trasse. Auch müsse mit geringeren landwirtschaftlichen Erträgen und Werteverlusten gerechnet werden. Und: Wenn so ein 60 bis 80 Meter hoher Mast umkippe, seien Gebäude und Menschen in Gefahr. Von seinem Hof sei die geplante Trasse gerade mal 50 Meter entfernt.

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