SANDKRUG Eine gelbe Rose mit schwarzer Schleife erinnert im Stall am Birkenhain in Sandkrug noch an die prächtige Friesenstute Hero. Am 20. Januar starb sie in einer Tierklinik an einer Kolik – ausgelöst durch verschimmeltes Brot, das vermutlich wohlmeinende Menschen über den Zaun geworfen hatten.

Besitzerin Nina Onken ist immer noch traurig und auch wütend. „Schon seit dem letzten Sommer hängen überall am Zaun Schilder auf denen ,Füttern verboten’ steht“, sagt sie. „Trotzdem müssen wir immer wieder verdorbenes Obst, Gemüse oder eben Brot von der Weide sammeln.“

Schon im Dezember hatte sie eines ihrer Tiere behandeln lassen müssen – für Hero kam die Hilfe des Tierarztes zu spät. Nach weniger als einem Tag waren die Stute und ihr ungeborenes Fohlen tot. Für die Besitzerin und ihre Familie ist der Verlust der Tiere nur schwer zu verkraften.

Die falsch verstandene Tierliebe kann auch für den Verursacher böse Folgen haben, Tierarztbehandlungen verschlingen eine Menge Geld. Nina Onken geht es im Moment allerdings nicht darum, diejenigen zu finden, die das Brot über den Zaun geworfen haben. Sie möchte die Menschen sensibilisieren: „Pferde haben einen extrem empfindlichen Verdauungstrakt und können sich nicht übergeben. Falsches oder verdorbenes Futter kann ganz schnell zu einer Kolik führen. Das ist eine der häufigsten Todesursachen bei Pferden.“

Und auch wenn auf der Weide am Birkenhain im Moment nicht viel frisches Gras für die Tiere wächst, Onkens Pferde haben genug zu fressen. „Wer glaubt, dass ein Tier hungrig ist, oder falsch gehalten wird, soll zur Polizei oder zum Tierschutz gehen“, sagt Julia Frie, die sich auch um die Tiere von Nina Onken kümmert.

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„Pferde sind kein Allgemeingut“ fügt sie hinzu. „Ansehen oder Streicheln ist ja kein Problem, aber wenn jeder Besitzer Angst um seine Tiere haben muss, wird es den schönen Anblick von Pferden auf der Weide irgendwann nicht mehr geben.“

Bewegung ist auch für die gutmütigen Friesen von Nina Onken vorerst Mangelware. Sie kommen seltener aus dem Stall: „Ich habe einfach zu viel Angst, dass so etwas noch einmal passiert“, sagt die Besitzerin.

Christian Quapp Redakteur / Redaktion Westerstede
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