Hatten In welcher Form können Bürger sich finanziell an den geplanten Windkraftanlagen an der Hatter Landstraße beteiligen? Diese Frage wurde am Donnerstagabend im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt diskutiert. Reinhard Vöhringer, Windkraft-Planer und ehrenamtlicher Mitarbeiter des Klimazentrum Kirchhatten stellte das Modell „Hatter Energiegenossenschaft“ vor. Die Genossenschaft – die noch gegründet werden müsste – könnte nach den Vorstellungen des Klimazentrums zwei der acht oder neun geplanten Windenergieanlagen in Eigenverantwortung betreiben.

Ein gewichtiger Stolperstein für diesen Plan ist die Tatsache, dass die EWE und die Grundstücksbesitzer sich bereits vor Jahren vertraglich geeinigt haben. Zwar sieht auch das Modell der EWE eine finanzielle Beteiligung von Bürgern vor, sogar eine Genossenschaft sei denkbar, erklärte ein Vertreter des Unternehmens am Donnerstag.

Diese Genossenschaft könne sich nach dem Modell der EWE am gesamten Windpark beteiligen und dann entsprechend ihrer finanziellen Beteiligung mitbestimmen. Genau das wollen die Verfechter der Hatter Energiegenossenschaft aber nicht – sie streben die volle Kontrolle über die Anlagen im Besitz der Genossenschaft an. Innerhalb der Genossenschaft hätte dann jeder Genosse, unabhängig von der Höhe seiner finanziellen Beteiligung, das gleiche Stimmrecht.

Die EWE lehnt eine sogenannte Realteilung ab, ihrer Ansicht nach sollte der Park als wirtschaftliche Einheit betrieben werden, Kosten und Erträge des gesamten Parks sollen dann durch die Zahl der Anlagen geteilt werden acht geteilt werden, auch damit Unterschiede im Ertrag oder durch besonders reparaturanfällige Anlagen ausgeglichen werden.

Rund 100 Bürgerinnen und Bürger verfolgten die Vorstellung des Konzepts im Ausschuss und bekamen auch Gelegenheit, sich an der Diskussion zu beteiligen. Darin wurde einige Unterstützung für die Idee einer Genossenschaft mit vollständiger Kontrolle über die von ihr finanzierten Anlagen deutlich.

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Diese Unterstützung hätte die Bürgerfrische gerne in einem Beschluss manifestiert, mit dem der Ausschuss die Verwaltung beauftragen sollte, das Konzept einer Hatter Energiegenossenschaft gegenüber der EWE zu vertreten. Zu diesem Schritt mochten sich die Fraktionen aber nicht durchringen – Bürgermeisterin Elke Szepanski und Helmut Koopmann (SPD) wiesen darauf hin, dass die Gemeinde vermutlich keine rechtliche Handhabe hätte, die EWE zu diesem Schritt zu drängen.

Der Ausschuss einigte sich schließlich darauf, das Modell einer Hatter Energiegenossenschaft zustimmend zur Kenntnis zu nehmen und positiv zu begleiten.

Christian Quapp Redakteur / Redaktion Westerstede
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