Wildeshausen Für Ralf Spille (58) ist es 50 Jahre her, dass er vor so vielen Landfrauen stand und redete. Auch Jens Kuraschinski (42) bezeichnete den Auftritt am Mittwoch als besonders Erlebnis, ist er doch als General der Gilde eher große Männerversammlungen gewohnt. Gleich zwei neue Bürgermeister hatte der Landfrauenverein Wildeshausen-Dötlingen als Gäste zur Jahreshauptversammlung eingeladen. Doch damit nicht genug. Auch den neuen Landrat Carsten Harings wollten die 140 Landfrauen im Wildeshauser Gasthof Wolters hören. Die Aufgabe der drei Kommunalpolitiker: Nach einem persönlichen Wort über sich selbst sollten sie Einblicke in ihre Ziele und Visionen als Bürgermeister beziehungsweise Landrat geben.

Alle drei sprachen von ihrer Grundhaltung einer soliden Finanzwirtschaft. „Wir dürfen die Probleme von heute nicht zu Lasten unserer Kinder finanzieren“, so Harings.

Gleichwohl hält er es für erforderlich, in Schulen zu investieren, um den Kindern gute Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen zu ermöglichen. Harings benannte auch die Notwendigkeit, sich der Inklusion zu stellen.

Um Flüchtlinge kümmern

Auch das Thema Flüchtlinge werde den Landkreis in den nächsten Jahren weiter fordern. Staat und Gesellschaft seien verpflichtet, diesen Menschen zu helfen. Harings: „Die Flüchtlinge von heute sind unsere Nachbarn von morgen.“

Der Landwirtschaft attestierte er ein Imageproblem. Sie sei gut beraten, sich noch mehr zu öffnen und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Der Landrat bot seine Hilfe für eine gemeinsame Problemlösung in der Landwirtschaft an. Er unterstrich gleichzeitig die Bedeutung der Landwirtschaft samt ihrer vor- und nachgelagerten Branchen für die Region.

Auch die Stadt Wildeshausen hat nach Ansicht von Bürgermeister Kuraschinski in den vergangenen Jahren an Image verloren. Deshalb sollen die Innenstadt und der Einzelhandel gestärkt werden. Die Stadt müsse sich die Frage stellen, wohin sie will. „Wollen wir Bildungsstandort sein, Tourismusstandort, Einkaufsstandort oder Wirtschaftsstandort? Uns fehlt ein Masterplan“, so der Bürgermeister.

Wie schon Harings und Kuraschinski hatte auch Bürgermeister Spille das Thema Breitbandversorgung und damit schnelles Internet auf dem Plan, damit der ländliche Raum nicht abgehängt wird. Spille kann sich durchaus Kooperationen mit anderen Gemeinden vorstellen, so wie es Dötlingen beim Klimaschutz mit Ganderkesee habe.

Dötlingens Stärken seien der Tourismus, eine gute Jugendarbeit sowie das ehrenamtliche Engagement. Hinsichtlich der Finanzen müsse sich Dötlingen neu orientieren, da die Einnahmen aus dem Erdgasspeicher zurückgingen.

Neue Vertrauensfrauen

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Während der Jahreshauptversammlung wurden zwei Vertrauensfrauen verabschiedet: Marianne Lenzschau aus Wildeshausen und Anke Meyer aus Brettorf. Neue Vertrauensfrauen sind nun Marianne Cordes (Wildeshausen) und Doris Einemann (Brettorf). Dem Landfrauenverein gehören 500 Mitglieder an. Wie Vorsitzende Marlies Hollmann berichtete, schieden im Vorjahr 18 Frauen aus, dafür kamen 19 neue hinzu. „Das ist eine gute Bilanz“, meinte sie.


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Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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