Dötlingen /Wildeshausen Die Rastanlage Wildeshausen-Nord auf dem Gebiet der Gemeinde Dötlingen soll Ende 2019/Anfang 2020 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Gleiches gelte für die Anlage auf der Südseite: Dort soll zwei Jahre später mit dem Abriss und Neubau einer rund sechs Millionen Euro teuren „Kompaktanlage“ begonnen werden. Das teilte Roland Menze vom Raststätten-Unternehmen Tank & Rast am Mittwoch vor FDP-Vertretern auf der Rastanlage mit.

„Bezahlbarer Wohnraum fehlt“

Das größte Problem für die Tank- und Rastanlagen Wildeshausen ist aus Sicht von Raststätten-Chef Hans-Christian Vogelsang aktuell der fehlende bezahlbare Wohnraum in Wildeshausen und umzu. „Ich weiß nicht, wo ich meine Mitarbeiter unterbringen soll“, so der Unternehmer.

Insgesamt 160 Kräfte beschäftigt Vogelsang in Wildeshausen-Nord und -Süd sowie in den Raststätten Hollenstedt und Aarbachkate an der A 1. Darunter seien auch Mitarbeiter aus Mazedonien und Kirgisien. „Die machen sich hervorragend und sind gerne hier“, so Vogelsang. Um ihnen in der Nähe zum Arbeitsplatz bezahlbaren Wohnraum anbieten zu können, habe er beispielsweise in Wildeshausen ein Haus gekauft.

Hintergrund für die Bebauung seien Pläne des Bundes, mehr Parkmöglichkeiten auf vorhandenen Park- und Rastplätzen zu schaffen. Da der Grunderwerb ein großes Problem sei, werde für die Wildeshauser versucht, eine Optimierung auf der vorhandenen Fläche zu erreichen. Aktuell gibt es auf der Nordseite 90 Stellplätze für Pkw und 25 für Lkw. „Bei der derzeitigen Verkehrsdichte ist das fast gar nichts“, meinte Menze. Auf der Südseite gibt es aktuell 100 Pkw- und 25 Lkw-Plätze. Bundesweit fehlen nach Berechnungen des Bundesamtes für Güterverkehr 22 000 Parkplätze an Autobahnen.

Warten auf sechs Spuren

Geplant seien im Bereich Wildeshausen-Nord 76 Pkw- und 77 Lkw-Stellplätze. Auf der Südseite sollen 54 Plätze für Pkw und 47 für Lkw entstehen. Möglich werde dies mit der Zusammenlegung von Tankstelle und Rastanlage zu einer „Kompaktanlage“, die es das bereits vielfach an deutschen Autobahnen gibt. Für die Bauphase werde es ein Provisorium auf dem Areal geben. Hans-Christian Vogelsang, Franchisenehmer der Tank & Rast für die beiden Wildeshauser Tank- und Raststätten, zeigte sich zufrieden mit der Planung. Eine „Kompaktanlage“ könne effizienter wirtschaften; aufgrund der kurzen Wege sei sie für Kunden attraktiver. Menze zufolge liegen die Pläne in Hannover aus. Das Planfeststellungsverfahren soll Ende des Jahres abgeschlossen sein.

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An dem Gespräch nahmen Vertreter der FDP-Ortsverbände Dötlingen, Wildeshausen, Großenkneten und Harpstedt sowie der Bundestagsabgeordnete Christian Dürr teil. „Es wird Zeit, dass sich hier etwas tut“, spielte Dötlingens FDP-Ortsverbandsvorsitzender Claus Plate auf die Staus auf der A 1 zwischen dem Bremer Kreuz und dem Ahlhorner Dreieck an. Wann der sechsspurige Ausbau in diesem Teilabschnitt erfolgt, vermochte auch Dürr nicht zu sagen. Er setze sich dafür ein, dass das Teilstück im nächsten Bundesverkehrswegeplan als „Vordringlicher Bedarf“ ausgewiesen werde. Zugleich appellierte Dürr an Landeswirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) so schnell wie möglich eine Planung vorzubereiten. Dann könne rasch gebaut werden, wenn Mittel zur Verfügung stehen.

Privates Modell

Dürr empfahl, für den sechsspurigen Ausbau der A 1 zwischen den Dreiecken Ahlhorner Heide und Stuhr ein privates Konsortium zu beauftragen. Das habe schon beim Autobahnausbau zwischen dem Bremer Kreuz und Hamburg „mustergültig“ funktioniert und dem Steuerzahler unterm Strich weniger Kosten aufgebürdet.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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