Dötlingen Es seien hitzige Zeiten – nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch politisch, sagte Kreislandwirt Jürgen Seeger am Donnerstag zur Begrüßung der rund 120 Besucherinnen und Besucher, darunter vor allem Landwirte. Sie kamen zusammen, um der Vortragsveranstaltung „Aktuelles zum integrierten Pflanzenschutz“ zu lauschen.

Klima verändert sich

Die hitzigen Zeiten könnten durchaus zweideutig zu verstehen zu sein: Unter anderem ging es in einem der Vorträge um das Klima und die vergangenen zwei heißen Sommer. „Wir haben eine Klimaveränderung“, sagte Dr. Josef Kuhlmann, Leiter der Fachgruppe Pflanzen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Cloppenburg. „Welche Auswirkungen haben die Veränderungen? Jedem fällt bestimmt ein Beispiel ein.“ Die Jahresmitteltemperatur in Niedersachsen sei um 1,5 Grad Celsius seit 1881 gestiegen. „Weltgeschichtlich gesehen sind das Peanuts.“ Ein Blick auf die vergangenen Jahrzehnte zeige aber, dass der Vegetationsbeginn immer früher eingesetzt habe.

Die zwei vergangenen trockenen Sommer verursachten eine Plage, die selbst bei Kuhlmann mit gut 30-jähriger Berufserfahrung für Verwunderung sorgte: eine Mäuseplage. Die Tiere vermehrten sich in der Zeit stark. „So eine Vermehrung habe ich noch nicht erlebt – wir reden hier von 150 000 Hektar Grünland, die in Niedersachsen betroffen sind.“ Bei der Frage, welcher Landwirt damit momentan zu kämpfen habe, meldete sich ein Bauer aus der Wesermarsch. Kuhlmann erklärte, dass die Region zwischen Wesermarsch und Ostfriesland besonders betroffen sei.

Er ging aber auch auf Insekten ein wie dem Schmetterling mit dem sperrigen Namen Eichen-Prozessionsspinner. Die Tiere befallen Bäume – und sondern Haare ab. Diese Härchen können gefährlich werden für Allergiker. Die Vermehrung des Insekts könne auch mit den wärmeren Sommern zusammenhängen, vermutete Kuhlmann. Als weiteres Beispiel nannte er den milden Winter, der unter anderem im Harz einen stärkeren Borkenkäferbefall nach sich zog. Rein auf die Schädlinge bezogen könne er in dem Bereich kein Insektensterben feststellen, sagte der Fachmann.

Verordnung wäre Eingriff

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Ein Thema, das auch an Nicht-Landwirten nicht vorbeigegangen sein dürfte, war die Senkung des Düngebedarfs um 20 Prozent in den vom Nitrat sehr belasteten Gebieten, die der Bund vorgeschrieben hat. Die Veranstalter hätten sich erst gefragt, ob das Thema auf die Tagesordnung solle – man entschied sich dafür. „Aber eine Stunde ist dafür knapp bemessen“, gab Kuhlmann zu. Seine Meinung zu der Verordnung: „Es ist ein extremer Eingriff in die Wirtschaftlichkeit der Betriebe.“

Es referierten neben Dr. Josef Kuhlmann, Klaus Sandbrink, Stefan Knipper, Hinrich Rothert sowie Lisa Herms-Westendorf.  Weitere Vorträge im Landkreis Oldenburg werden am Dienstag, 18. Februar, im „Schützenhof“ Kirchhatten sowie am Dienstag, 25. Februar, im „Wardenburger Hof“ in Wardenburg angeboten (jeweils 9 bis 13 Uhr).

Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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