Dötlingen So wie sich das Wetter in diesem Jahr mit vor allem trockenen Abschnitten im Sommer und neuen Wärmerekorden zeigte, so stellte es sich beim Erntefest des Bürger- und Heimatvereins Dötlingen mit anderem Gesicht dar: Mit Regen, einigen Sonnenstrahlen und Wind zeigte es sich auf einer der größten Erntefeiern im Landkreis durchaus launisch.

Geschmückte Traktoren

Vor diesem nachdenklich stimmenden Hintergrund pflegte der Heimatverein die Tradition des Dötlinger Erntefestes mit der Feldfahrt, Feierstunde und anschließendem Kinderspaß auf dem Diekmeyer-Hof. Für die älteren Semester gab es ein Abendprogramm mit Tombola.

13 geschmückte Gespanne und sieben Oldtimer-Traktoren trafen pünktlich auf dem Kirchplatz ein. Sie wurden angeführt von der Nachbarschaft des Hofes Vogt in Aschenstedt, die zuletzt vor zehn Jahren die Erntekrone band und diesmal mit großer nachbarschaftlicher Beteiligung aufwartete. Erwartet wurden sie alle von vielen aus der Gemeinde, umliegenden Orten und auch aus Wildeshausen. Die meisten suchten schon frühzeitig einen Platz, aber auf Kaffee, Kuchen und Getränke musste verzichten werden. Einen Stand gab es diesmal nicht. „Schade“, fanden viele.

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Festredner Niklas Behrens (31), Landwirt aus Düngstrup, Vorsitzender der Junglandwirte Niedersachsen und damit Vertreter von 2500 jungen Landwirten, zeigte sich beeindruckt von dem Bild der aufgefahrenen Erntewagen, aber vor allem von den vielen Menschen und gerade den jungen Familien. „Eine Kulisse, die vielfältig wie das Erntefest ist“, so der Junglandwirt.

„Das zurückliegende Jahr war für die meisten Landwirte kein einfaches“, zog Behrens Bilanz. Er wolle nicht über Tiefpreise für die erzeugten Produkte klagen, sondern: „Das Wetter stellte uns erneut vor Herausforderungen.“ 2017 zu nass, 2018 extrem trocken, 2019 ebenfalls ein trockenes Jahr.

Behrens: „Das Klima ändert sich also.“ Die Folge: Etablierte Wirtschaftsweisen müssen überdacht und Fruchtfolgen verändert werden. Technischer und züchterischer Fortschritt helfe, dem zu begegnen. „Getrübt wird meine Zuversicht jedoch, wenn ich mir das gesellschaftliche Klima ansehe und den Umgang miteinander.“ Es sei beängstigend, wie Themenkomplexe zu Klimawandel, Insektensterben, Grundwasserbelastung und mehr für Ziele aus Gesellschaft und Politik benutzt würden. „Ich bin gerne Landwirt, weil ich stolz darauf bin, Menschen qualitativ hochwertig, gesund und nachhaltig zu ernähren. Und das von immer weniger Ackerfläche und für immer mehr Menschen. Das vor einem Hintergrund, in dem in der politischen Diskussion die Landwirtschaft als notwendiges Übel betrachtet wird.“ Der Forderungs-Katalog sei lang. Von weniger CO2-Ausstoß über Tierwohl, niedrige Preise bis hin zu intakten Dörfern. „Grüne Kreuze auf den Äckern warnen in diesen Tagen vor dem Szenario.“ Behrens: „Alle leben von unseren Produkten, also muss auch jeder seinen Beitrag zu geforderten Veränderungen leisten. Das Erntefest ist eine gute Gelegenheit des Austausches. Wie die Saat, so die Ernte!“

Erntekrone hochgezogen

Zuvor hatte Bürger- und Heimatvereinsvorsitzender Eckehard Hautau die Feierstunde eröffnet, Pastorin Claudia Hurka-Pülsch eine kurze plattdeutsche Andacht gehalten und die Kita-Kinder „Dötlinger Strolche“ die Geschichte „Nur ein kleines Samenkorn“ unter der Leitung von Dagmar Spille und Marina Marcedes aufgeführt. Die Tanzgruppen aus Dötlingen, „Little Hoppers“ und „Little Giant“, zeigten Einstudiertes und die Grundschulkinder gaben passende Lieder zum Besten. Zum guten Schluss der Feierstunde zog die Nachbarschaft des Hofes Vogt die Erntekrone unter die Dielendecke, musikalisch begleitet von den Treeksood Musikanten. Dies war das Startsignal für das weitere Programm


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