Dingstede Der Steinkauz war schon so gut wie ausgestorben im Landkreis Oldenburg. Ganze fünf Paare zählte der Biologe Dr. Klaus Taux. Das war 1998, vor knapp 20 Jahren.

2015 sichteten Zähler dagegen 93 Paare. Eine Erfolgsgeschichte, auf die die Naturschutzstiftung des Landkreises zurecht stolz ist. Irgendetwas musste richtig gemacht worden sein.

Das war geschehen: Taux begann 1998, sich um das Problem der schwindenden Nistplätze zu kümmern. Als erste Maßnahme mit dem Aufhängen von Nistrollen in der Natur und von Nistkästen in Weideschuppen. Ihren Namen verdanken Steinkäuze zwar dem Umstand, dass sie in Südeuropa gerne auf warmen Felsen nisten. In der norddeutschen Tiefebene haben die Vögel dagegen die offenen Schuppen als Unterschlupf und Brutplätze für sich entdeckt.

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Wenige Eigentümer sind noch bereit, in Erhalt und Pflege der Bauten zu investieren. Nach Angaben der Naturschutzstiftung brachen seit 1998 mehr als 30 Feld- und Weideschuppen bereits zusammen, wurden abgerissen oder sind dem Zerfall preisgegeben – alles potenzielle Rückzugsorte der Vögel.

Das Steinkauz-Hilfsprojekt setzte direkt hier an. Mit Förderung der Naturschutzstiftung des Landkreises Oldenburg wurden bis 2010 immerhin 16 Feld- und Weideschuppen renoviert. In diesem Jahr kamen weitere fünf Scheunen hinzu – dank Geldern aus dem Leader-Plus-Programm der EU und der Bingo-Umweltstiftung, die jeweils 15 000 Euro zahlten. Weitere 8000 Euro gab die Kreisstiftung aus der eigenen Kasse dazu.

Was daraus geschaffen wurde, zeigt sich exemplarisch an dem Weideschuppen in Dingstede, der auf dem Grund und Boden von Günther und Dieter Dähne steht. Pächter der Fläche sind Hermann und Uwe Spille. Auch der ganz am Ende der Straßen Marschweg und Dannenkamp gelegene Bau drohte zu zerfallen: In den alten Holzwänden fehlten bereits Bretter, das Ziegeldach hatte einen leichten Schaden. Heute sieht der 5,5 mal 4,5 Meter Grundfläche messende Schuppen mit seinem Steinfundament, neuen Holzwänden und einem lückenlosen Dach wieder wie neu aus.

„Wir freuen uns nicht nur über den wieder hergerichteten Schuppen, sondern auch über den Vertrag, der für die nächsten zehn Jahre den Erhalt der Grünfläche in seiner Nähe sichert“, betont Michael Feiner, Kuratoriumsvorsitzender der Naturschutzstiftung.

Wie wichtig das ist, zeigen die neuesten Zahlen: 2016 sank der Steinkauz-Bestand trotz der Maßnahmen um 20 Prozent, 2017 noch einmal um zwölf Prozent. Warum alte Brutplätze plötzlich nicht weiter genutzt werden, weiß auch Taux nicht mit Sicherheit. Die Vögel hinterlassen schließlich keine Nachricht.

Doch es gibt Indizien. Früher waren die Feldscheunen noch von freiem Grünland umgeben und schon von weitem zu sehen. Heute verschwinden sie immer mehr hinter Maisfeldern, wohin das Auge blickt. Die Monokultur, so scheint es, ist ein neues Problem, das dem Steinkauz zu schaffen macht.

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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