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Aktualisiert vor 23 Minuten.

Nach Lkw-Unfall
A1 bei Ahlhorn Richtung Bremen gesperrt

WILDESHAUSEN Es ist 4 Uhr in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag, und Paul Böckmanns Telefon steht nicht still: Er ist der „Funker“ von Taxi Bothe und sitzt in der Zentrale am Westring in Wildeshausen. „Dennis! Fahr bitte gleich einmal nach Holzhausen zum Dorfgemeinschaftshaus“, delegiert er seinen Kollegen. Die Leute in der Stadt wollen nach Hause.

„In dieser Schicht sind wir gut besetzt“, erklärt Böckmann. Bis 6 Uhr haben er und seine Kollegen zu tun, dann kommen die Nächsten. 24 Stunden Dauerbetrieb sind Alltag im Taxi-Geschäft.

Gleichzeitig blickt Böckmann auf den LED-Schirm auf seinem Schreibtisch. Zu sehen ist dort eine Karte von Wildeshausen. Darauf bewegen sich grüne und violette Punkte. „Das sind die Standorte unserer Fahrzeuge, die im Einsatz sind“, deutet der Funker an. „Grün steht für freie Taxen. Das Violett zeigt an, dass der Wagen besetzt ist.“ Dabei deutet er auf einen violetten Punkt, der sich langsam stadtauswärts bewegt.

„Vor drei Jahren ist die digitale Funkanlage vom Chef Stefan Bothe mit PC und GPS angeschafft worden“, so Paul Böckmann. Es dient zum einen der Sicherheit der Fahrer und zum anderen auch zum effizienteren Einsetzen der Fahrzeuge. „Bekomme ich eine Anforderung für ein Taxi, wird das am nächsten, gerade stehende Fahrzeug eingesetzt. Das ist spritsparend, geht schneller und schont letztendlich sogar die Umwelt“, versichert er. Vergessen sind damit die Zeiten, in denen mit der Straßenkarte navigiert wurde. Ein zweiter Bildschirm zeigt ein Routensystem, das bei besonderen Anfragen auch zum Einsatz kommen kann.

Das Telefon klingelt erneut. Eine Fahrt aus der Innenstadt in den Außenbereich wird verlangt. Diesmal schreibt Böckmann dem Fahrer eine Kurznachricht. Auch sie wird über das firmeneigene Funknetz übermittelt und erscheint sofort auf dem Display des Fahrers. Bis zu einem Umkreis von rund 25 Kilometern um Wildeshausen steht die Funkverbindung sicher.

Plötzlich leuchten Scheinwerfer auf. Eines der eingesetzten Fahrzeuge hält vor der Taxizentrale. Eine Fahrerin sprintet heraus und verschwindet auf der Toilette.

„Hier ist Anlaufpunkt für solche Fälle. Außerdem kann auch kurz einmal ein Kaffee getrunken werden, wenn es das Kundenaufkommen zulässt. Daran ist in dieser Nacht aber nicht zu denken. Es ist überdurchschnittlich viel los“, so Böckmann. Er muss es wissen, denn seit sechs Jahren ist er bei Taxi Bothe im Team. Fünf Jahre arbeitete er im festen Angestellten-Verhältnis, jetzt ist es ein Nebenjob.

An einem Bord hinter dem Schreibtisch in der Einsatzzentrale hängen, für jeden Werktag nach Uhrzeiten sortiert, alle Ausdrucke für die Touren des Unternehmens.

Wieder kommt ein Taxi auf den Hof. Diesmal ist es Elke Wienholt. 20 Jahre lang saß die zierliche Frau als Berufskraftfahrerin auf dem Bock vieler verschiedener Trucks. Sie kennt Europas Straßennetz. Als ihr Betrieb aufgab, sattelte sie auf das Taxifahren im festen Arbeitsverhältnis um.

„Auf den Fernstraßen ist es schon lange nicht mehr so wie früher. Zu viele Fahrer, die schlecht ausgebildet sind. Kollegialität gibt es kaum noch. Meistens bist du bis zu einer Woche unterwegs und das bei immer höherem Verkehrsaufkommen.“

Mit dem Taxifahren kam auch die geregelte Arbeitszeit. Dazu sichere und moderne Fahrzeuge. „Ich habe Zuhause Tiere, die kann ich nicht eine Woche alleine lassen“, so Wienholt weiter.

An der Goldenstedter Straße steigt Melina Henning aus Aschenstedt ein. Sie kommt von einem Geburtstag und möchte nach Hause. Nur eine von zahlreichen Touren an diesem Abend. Ein Blick zur Uhr: Der Zeiger geht auf die fünf zu.

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