Denghausen 1978: Hergen Pauley pflügt die Äcker hinter dem Hof in Denghausen. Plötzlich kracht es laut, als die Pflugblätter auf etwas Hartes stoßen. Wenige Meter weiter noch einmal.

„Findlinge finden wir häufiger bei Feldarbeiten. Manchmal räumen wir sie weg. Dann stapeln wir sie woanders auf. Wenn sie zu groß sind, lassen wir sie auch gelegentlich an Ort und Stelle“, erklärt die Denghauser Landwirtin Hella Pauley. So auch die zwei Klötze, auf die ihr Mann damals gestoßen ist. „Jahrelang lagen sie auf dem Feld rum, bis es um die Dorferneuerung ging.“ Denn da hatte die Landwirtin den Einfall, dass einer der Findlinge – beschriftet mit dem Namen der Bauerschaft – einen neuen Platz neben dem geplanten Buswartehäuschen finden könnte.

Was für eine Geschichte die Steine erzählen, weiß Bildhauer und Restaurator Herbert Dietrich. Seit 51 Jahren ist er in dem Beruf tätig. „Die kommen aus Schweden“, stellt der gebürtige Bookhorner (Gemeinde Ganderkesee) nach einem prüfenden Blick fest. „Bei einer der Eiszeiten vor mehreren Millionen Jahren wurden sie durch einen Gletscher bis hierher transportiert.“ 

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Bei dem rötlichen Stein handelt es sich um Vanga, der andere, etwas kleinere, ist ein Gneis. Der letztere, rund 1,7 Tonnen schwere Findling, soll zukünftig das Aushängeschild der Bauerschaft werden. „Die glatte Oberfläche eignet sich sehr gut. Die Stadt Wildeshausen hat den Antrag auch bewilligt und übernimmt die Kosten“, so Pauley weiter. Der Antrag wurde über die Verbunddorferneuerung Auetal/Pestruper Heide gestellt. Seit 2010 ist die Dorferneuerung in Planung.

Auf gestapelten Paletten liegt der Stein nun in der Kartoffelscheune der Pauleys. „Im ersten Schritt habe ich die Oberfläche geweißt, um einen Kontrast zu haben. Dann habe ich den Schriftzug vorgezeichnet“, erzählt er. Der 67-jährige Ganderkeseer kramt in einer Kiste und fördert einen Meißel zu Tage, mit dem er die Buchstaben eingeschnitten hat. „Die Spitze ist mit einem Diamanten angeschliffen.“ Im letzten Schritt malt er die Buchstaben mit schwarzer Farbe aus und entfernt die weiße Farbe mit einem Hochdruckreiniger wieder.

Wie genau der Stein im Boden verankert wird, steht noch nicht fest. Im Laufe dieser Tage soll er an der Straße von Wildeshausen kommend in der Bauerschaft bei dem neu errichteten Bushäuschen platziert werden.

Was passiert mit dem anderen Findling? „Den lasse ich mit unserem Familiennamen beschriften. Er wird später die Hofeinfahrt zieren“, meint die Landwirtin. Und das übernimmt natürlich Herbert Dietrich, der wieder über den Denghauser Stein gebeugt ist und dem uralten Stein seinen persönlichen Schriftzug verpasst.

Nathalie Langer Kanalmanagement / Redakteurin
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