Horst /Schönemoor „Das tut weh.“ – Ursula Ruhm war die Betroffenheit an diesem Mittwoch anzumerken. Über Jahrzehnte hatte sich „ihr“ Ortsverein Schönemoor der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in der alten Verwaltungs-Außenstelle Horst zu Hause gefühlt, hatten sich hier die meist älteren Einwohner zu Kaffee und Klönen getroffen oder auch Sitzgymnastik betrieben. Doch jetzt musste der Ortsverein räumen – das Haus wird für Flüchtlinge gebraucht. Trotz aller Wehmut: Groll hegt die Awo-Vorsitzende nicht, sie zeigt Verständnis für das Handeln der Gemeinde: „Wir müssen helfen. Wenn man die Bilder von dieser Katastrophe sieht...“.

Wie lange die Awo Schönemoor in Horst zu Gast war, weiß Ursula Ruhm, seit 1999 Vorsitzende, nicht. „Mindestens seit 1989“ hätten hier die wöchentlichen Treffen der meist älteren Einwohner stattgefunden, sagte sie und zeigte auf ein altes Protollbuch, in das sich die Teilnehmer der Treffen eingetragen hatten. Viele derer, die hier jeweils dienstags um 14.30 Uhr kamen, seien nicht mobil. Da sei es üblich gewesen, dass andere herumfahren und die Teilnehmer „einsammeln“. Wieder andere hätten dann das Kaffeekochen übernommen, das Eindecken oder später den Abwasch.

Damit die Treffen fortgesetzt werden können, hat die ev.-luth. Kirchengemeinde Schönemoor der Awo Zeiten in der Pastorei angeboten. „Im Januar gehen wir rüber“, kündigte Ruhm an. Warum erst im Januar? „Ich brauche da ein bisschen Abstand.“

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Auch die Treffen in der Pastorei sollen dienstags von 14.30 bis 16.30 Uhr stattfinden, auch das Abholen der nicht-mobilen Teilnehmer will man beibehalten. Die Gymnastikgruppe des Awo-Ortsvereins – zurzeit etwa zehn Personen – werde ihre Sitzgymnastik künftig im Jugendraum Horst betreiben.

Während die AWo somit räumlich eine Alternative hat, ist der Orts- und Verkehrsverein Schönemoor noch immer auf der Suche. Seit 2002 war er in der früheren VerwaltungsAußenstelle zu Hause. Am Mittwoch holten Vorsitzender Harm Ehlers und acht weitere Mitglieder des Vereins die Möbel aus den Räumen – und warfen sie schweren Herzens in einen bereitgestellten Container. Der Auszug der beiden Vereine aus dem Gebäude sei „ein Einschnitt fürs ganze Dorf“, sagte Ehlers.

Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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