Colnrade /Wildeshausen Die Hunte wird länger. Das zeichnet sich bei einem Vorhaben ab, mit dem die Verwaltung des Landkreises Oldenburg und der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) befasst sind: Nördlich von Colnrade soll der Fluss im Bereich Garmhausen ein neues Bett erhalten – ein Bett, das einen sich schlängelnden Bogen um das Stauwerk Colnrade schlägt. Etwa 1,5 Kilometer, je nach Bauausführung vielleicht auch bis zu zwei Kilometer lang dürfte dieser Bogen werden, sagte Gerrit Finke vom Amt für Bodenschutz und Abfallwirtschaft des Landkreises am Donnerstag auf Nachfrage.

Das Vorhaben reiht sich ein in die Bemühungen, die ökologische Durchgängigkeit der Hunte zu verbessern – also Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass wandernde Fischarten nicht mehr durch unüberwindliche Hindernisse daran gehindert werden, zu ihren Laichplätzen zu ziehen. So hatte das NLWKN schon vor mehr als zehn Jahren das Wehr in Pestrup in eine Sohlgleite umgebaut – oder vor zwei Jahren das Huntewehr in Hölingen um eine Fischtreppe ergänzt.

Beim Wehr in Colnrade liege die Wasserspiegeldifferenz im Mittel bei 83 Zentimetern, sagte Gerrit Finke. Dieser Pegelunterschied sei durch die Flussverlängerung auszugleichen.

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Aufgabe der Kreisverwaltung war es, die Umsetzung des Vorhabens vorzubereiten: Es galt, die benötigten Flächen zu erwerben. Mittlerweile könne man einen Haken hinter diese Aufgabe machen, sagte Finke. Einem aus ökologischer Sicht glücklichen Umstand sei es zu verdanken, dass dies gelang: Weil es in einem landwirtschaftlichen Betrieb keinen Nachfolger gebe, sei es möglich gewesen, auf dem Tauschweg mit einem anderen Betrieb an die betreffenden Flächen zu gelangen. Insgesamt investierte der Landkreis 900 000 Euro in das Projekt – und damit in den Naturschutz.

Das Land als Eigentümer des Staus Colnrade habe das NLWKN damit betraut, den genauen Verlauf der in diesem Abschnitt „neuen Hunte“ festzulegen, berichtete Finke weiter. Auch sei zu entscheiden, was aus dem Stau-Bauwerk wird. Offen sei zum Beispiel noch, ob der Bedienungssteg, der hier über die Hunte führt, erhalten bleibt.

Was den Verlauf der Verlängerung betrifft, so soll die „neue Hunte“ noch südlich der Einmündung des renaturierten Beckstedter Bachs in die Hunte münden. Andernfalls, so die Überlegung, würden Wanderfische nicht in den Beckstedter Bach kommen.

Die „alte Hunte“ im Abschnitt des Staus Colnrade wird zu einem toten Arm, der aber zur Hochwasserentlastung überströmt werden kann.

Was die Finanzierung angeht, setzt das Land insbesondere auf bislang nicht abgerufene EU-Fördermittel. Gerrit Finke ergänzte, dass in diesem Jahr Grundlagen für das Vorhaben ermittelt würden. „Wenn es gut läuft“, könnten 2020 die Planung bis zur Genehmigung und 2021 der Ausbau stattfinden.

Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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