WILDESHAUSEN Tierärztin Simone Haake von der Kleintierpraxis in Wildeshausen ist zufrieden: „Seit Anfang Juli in Niedersachsen das neue Hundegesetz in Kraft getreten ist, kommen die Hundebesitzer vielzähliger und bewusster auf mich zu und erkundigen sich nach dem Mikrochip“, berichtet sie. Seitdem sind ergänzend zu Halsband und Marke ein Identifizierungschip und eine Haftpflichtversicherung für jeden Hund Pflicht. Als gefährlich eingestufte Hunde müssen außerdem Leine und Maulkorb tragen.

Registrierung wichtig

Ähnlich einer Injektion wird der Mikrochip dem Tier unter die Haut gesetzt. „Mit einem Lesegerät können wir Tierärzte eine Nummer vom Chip ablesen“, erläutert Haake die Prozedur. Im Computer können über diese Nummer Daten des Tieres abfragt werden, wie Name und Rasse.

Allerdings gebe es zwar die Chippflicht, aber noch kein zentrales Register, merkt Haake an. Mit Einverständnis des Halters könne die Praxis jedoch den Hund beim Haustierregister TASSO registrieren lassen. Dieses melde sich dann beim Halter und speichere dessen Kontaktdaten. „Wenn das Tier zwar gechipt, aber nicht registriert ist, wird der Chip quasi überflüssig. Die Registrierung ist daher extrem wichtig“, meint Haake. Wenn ein herrenloser Hund gefunden wird, könne der Tierarzt online bei TASSO die Nummer eingeben und TASSO den Besitzer kontaktieren.

Der Chip kostet zwischen 30 und 35 Euro. „Die Hundebesitzer nehmen die Versicherungspflicht als positiv an. Die Chippflicht bemängeln allerdings Halter von sehr alten Hunden zwischen 13 und 15 Jahren“, hat Haake erfahren. Sie selbst sieht das Gesetz als sehr gut an. Auf dem Chip sei sogar eine Länderkennung, so dass registrierte Hunde auch im Ausland identifiziert werden könnten.

Außerdem ist der Halter nun dazu verpflichtet, eine Haftpflichtversicherung für seinen Vierbeiner abzuschließen. Falls der Hund beispielsweise jemanden angreift oder auf die Straße läuft und einen Unfall verursacht, ist dann eine Kostenübernahme gewährleistet. Die Versicherung muss mindestens 250 000 Euro€ für Sachschäden und 500 000 € Euro für Personenschäden übernehmen. „Da die meisten Hundehalter ihren Vierbeiner sowieso schon versichert haben, hielt sich der Ansturm in Grenzen. Dennoch ist die Nachfrage seit Juli gestiegen“, stellt Elke Dieks von der Öffentlichen Versicherung Wildeshausen fest. Im normalen Tarif koste eine Haftpflichtversicherung für einen Hund mit einer unteren Deckung von drei Millionen Euro etwa 75 Euro jährlich.

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„Hundeführerschein“

Ab 2013 werden außerdem alle Hundehalter verpflichtet, einen Sachkundenachweis („Hundeführerschein“) zu haben. Jeder, der seinen Hund länger als zwei Jahre hat, ist von dieser Pflicht befreit. In Hundeschulen soll jeder potenzielle Hundebesitzer den Umgang mit seinem Vierbeiner erlernen. „Durch wen und wie das überprüft werden soll, frage ich mich. Da müssen wir uns wohl überraschen lassen“, sieht Haake diese Neuerung eher kritisch.

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