Bürstel „Wie viele kommen denn noch?“ Die Beobachter an der Kurve in Klattenhof hatten am Sonntagmittag schon Dutzende Trecker an sich vorübertuckern sehen – und es war weiter kein Ende in Sicht. Immer noch knatterten sie aus dem Stühe heran: alte Schätze, oft fein restauriert, und hochmoderne Maschinen, überwiegend in Deutz-Grün, dazwischen die knallroten Fahr-Traktoren, aber auch ein paar Fendt und andere Fabrikate. So genau mit der Marke nahmen es die Organisatoren vom Deutz-Fahr-Club Bürstel-Immer nicht – Hauptsache Trecker, Schlepper, Bauernstolz. Und um die Frage vom Anfang zu beantworten: Insgesamt 82 Fahrzeuge rollten an den Zuschauern vorbei.

Erwartungen übertroffen

Damit hat der Deutz-Fahr-Club nicht nur die Zahl von der ersten Trecker-Rundfahrt vor zwei Jahren (45) übertroffen, sondern auch die eigenen Erwartungen. Mit 55 bis 60 Teilnehmern hatten sie gerechnet. Dass es dann so viele mehr wurden, fand der Club-Vorsitzende Alfred Ordemann einfach nur „toll“.

Die meisten kamen aus Bürstel, Immer und anderen Bauerschaften im Süden und Westen von Ganderkesee – einige hatten aber auch eine weitere Anfahrt auf sich genommen. So wie Ingo Warrelmann und seine Freunde vom „Trecker-Club 07“ Stuhr. Am Morgen um 8.15 Uhr waren sie in Moordeich losgefahren, um rechtzeitig zur Abfahrt um 11 Uhr in Bürstel zu sein.

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Mit seinem Deutz F1L514 aus dem Jahr 1952 stellte Warrelmann eines der ältesten Fahrzeuge im Korso. Auf das gute Stück war er vor gut acht Jahren zufällig gestoßen: „Der lag in einem Schiffscontainer, in Einzelteilen“, erzählt Warrelmann. „Aber alle Teile waren noch da.“ Zwei Jahre brauchte der Bastler für den Zusammenbau, seitdem fährt er mit dem grünen Oldtimer, an dem kein Flecken Rost zu sehen ist, bei Rundfahrten mit. Der Stuhrer Club veranstaltet auch gemeinsame Wochenend-Touren. Auf die Veranstaltung in Bürstel war er in der Zeitung aufmerksam geworden – „ da müssen wir hin“, sagten sich Ingo Warrelmann und seine Freunde.

Gut zwei Stunden dauerte die Rundfahrt durch die Gemeinden Ganderkesee und Bürstel – inclusive einer Mittagspause in Bergedorf. Gegen 13 Uhr kamen die Trecker wieder in Bürstel an, wo dann rund um den Speicher das Back- und Spielefest des Orts- und Heimatvereins Bürstel-Immer begann.

Wie vor 50 Jahren

Einige Traktoren hatten aber noch nicht ausgedient. Mit alten Landmaschinen führten die Fahrer vor, wie vor 40 oder 50 Jahren geerntet wurde. Dabei kam zunächst der Fahr-Mähdrescher von Heiko Brackhahn zum Einsatz, der 1967 gebaut wurde und von seinem Besitzer immer noch zur Ernte genutzt wird. Um das Stroh kümmerten sich anschließend Manfred und Marc Osterloh aus Habbrügge mit alten Ballenpressen – ebenfalls in den Fahr-Werken produziert, die in den 70er Jahren von der Firma Deutz übernommen wurden. Und Christian Peters pflügte schließlich mit einem 1952 gebauten Deutz noch ein paar Furchen in den Acker. Alfred Ordemann, von Berufs wegen mit Landmaschinen bestens vertraut, lieferte dazu sachkundige Kommentare.

Gegenüber, rund um den Speicher und die Alte Schule, hatten unterdessen vor allem die Kinder ihren Spaß, während die älteren Besucher den frischen Butterkuchen aus dem Speicherofen probierten. Besonders gut kam ein kleiner Swimming-Pool an, den Volker Kreye aufgebaut hatte – passend zum prima Sommerwetter.


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Hergen Schelling Leitung / Redaktion für den Landkreis Oldenburg
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