Brettorf Seit der Eröffnung in 2002 hat er Geschichte vermittelt, jetzt wird er bald selbst Geschichte sein: „Meyers Museumsladen“ am Stedinger Weg 30 in Brettorf. „Die Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen“, teilte Gerrit Meyer am Mittwochmorgen mit. Aber er und seine Mutter Helga werden das Anwesen verkaufen. Der Museumsladen schließt. Ein Nachfolger hat sich noch nicht gefunden.

Anwesen zu groß

„Es tut uns sehr weh. Aber irgendetwas musste passieren“, sagt Helga Meyer. „Es geht nicht allein um das Museum, sondern um das ganze Anwesen.“ Es sei ihr einfach zu groß, sagt die 70-Jährige, die dort mit Tochter Birgit lebt. Ab November werden die beiden in Wildeshausen leben und Sohn Gerrit über das Haus wachen, „bis wir einen Käufer gefunden haben“, sagt Helga Meyer. „Am allerliebsten wäre es uns, wenn es irgendwo ein Plätzchen gibt, wo einer sagt: das mache ich weiter“, sagt die Brettorferin über eine mögliche Fortsetzung des Museumsladens. „Aber das sind natürlich Wunschvorstellungen.“ Eine Vertreterin des Museumsdorfes Cloppenburg sei gekommen, um zu gucken, welche Objekte in das Museumsdorf passen würden. Interesse habe sie unter anderem an einem Schrank bekundet – das sei jetzt drei Wochen her, eine Rückmeldung noch nicht gekommen.

Schilder, Kärtchen, Gläschen, Dosen – all das muss trotzdem neue Besitzer finden. Deshalb planen die Meyers im September und Oktober Flohmärkte auf dem Anwesen. „Es sind auch sicherlich Sachen dabei, die nicht für einen Sammler interessant sind. Verschenken möchten wir es aber nicht“, sagt Helga Meyer. Am Samstag, 29., Sonntag, 30. September, sowie Mittwoch, 3. Oktober, öffnet der Flohmarkt zwischen 10 und 16 Uhr.

Mitte der 80er-Jahre hatten die Meyers den Gemischtwarenladen geschlossen. 2002 nutzte Georg Meyer die Räume neu – „Meyers Museumsladen“ entstand. Besucher führte er durch die Zeit der Tante-Emma-Läden. „Mein Mann konnte unendlich viel erzählen, zu jedem Blechschild, zu jeder Dose hatte er eine Geschichte“, erinnert sich Helga Meyer. Rund 30 Jahre lang war ihr Mann mit einem Verkaufswagen in den umliegenden Bauerschaften unterwegs gewesen. Logisch, dass da viele Geschichten zusammengekommen seien, sagt die Brettorferin.

Ab 2013 weitergeführt

In 2013 verstarb ihr Mann im Alter von 73 Jahren nach schwerer Krankheit. Ehefrau Helga und Sohn Gerrit beschlossen, „Meyers Museumsladen“ weiterzuführen. Helga Meyer übernahm die Führungen. „Wir hatten auch weiterhin viele Besucher gehabt. Meistens können sie sich noch an die damalige Zeit erinnern.“

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Die 70-Jährige freut sich auf den neuen Abschnitt in Wildeshausen. Trotzdem blickt sie wehmütig auf die Zeit an der Stedinger Straße zurück. Im Museum habe von Georg Meyer „das ganze Herzblut gesteckt“. Besichtigungen sind noch diese und nächste Woche möglich: Terminabsprache unter Telefon  0 44 32/61 7.


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Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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