Brettorf Im Januar 2018 hat das Bauordnungsamt des Landkreises Oldenburg die Baugenehmigung für den Antennenträger erteilt. 40 Meter hoch darf der Stahlgittermast sein, fünf Meter Aufsatzrohr können dazu kommen. Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit sind jetzt die Bauarbeiten am Kronskamp, hinter der Abzweigung Dehnkamp Richtung Bahnübergang, gestartet. Fast unbemerkt: Heinz-Herbert von Seggern und Ehefrau Marion haben die Arbeiten sehr wohl wahrgenommen. Sie wohnen einige hundert Meter entfernt am Bareler Weg – und sie lehnen den Masten an dieser Stelle entschieden ab. Sie wollen alle rechtlich möglichen Schritte gegen den Funkturm einschlagen und hoffen, dass sich noch andere Brettorfer ihrem Widerstand anschließen werden, wie sie bei einem Ortstermin am Donnerstag betonten.

Der Oldenburger Anwalt des Paares hat am 9. April eine Nachbarschaftsbeteiligung beim Landkreis Oldenburg beantragt. Am 17. Mai folgte ein Widerspruch gegen den Bau. Auch an die Bundesnetzagentur sei ein Schreiben gegangen, so Heinz-Herbert von Seggern. Die Antworten seien „belanglose Schreiben“, ist er enttäuscht. Der Anwalt habe von „nicht aussagekräftigen Schreiben“ gesprochen.

In seinem Ordner befinden sich seitenweise Strahlungsdiagramme, teilweise technische Beschreibungen auf Englisch. Für von Seggerns ist das mehr als unbefriedigend. Sie sehen sich in ihrer Gesundheit gefährdet und fürchten den Wertverlust ihrer Immobilie. Dazu zitiert der Brettorfer Aussagen, die er im Internet gefunden hat.

Die Deutsche Funkturm, eine Tochter der Telekom, sieht das Vorhaben anders. „In Brettorf haben wir mit den Bauarbeiten für einen 40 Meter hohen Stahlgitter-Funkmast begonnen, der die Mobilfunkversorgung im Netz der Telekom dank moderner LTE-Technik sowohl für die Anwohner in der Region als auch für Reisende an der Bahnstrecke verbessern soll“, heißt es in einer Stellungnahme am Donnerstagabend zu einem Fragenkatalog. Der Mast sei so konstruiert, dass er Kapazität für weitere Mobilfunkanbieter oder andere Funkdienste bereithalte. Die Bauarbeiten sollen bis November dieses Jahres abgeschlossen werden. Weiter heißt es: „Der Standort wurde vorab mit der Kommune abgestimmt. Die für den Funkmast notwendige Baugenehmigung sowie die Genehmigung der Bundesnetzagentur liegen vor.“ Es ist einer von vielen Masten in diesem Land, um weiße Flecken in der Mobilfunkversorgung abzubauen beziehungsweise zu vermeiden – in einem Land, in dem das Smartphone fast zur Regel geworden ist.

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Heinz-Herbert von Seggern ärgert sich, warum der Funkmast nicht noch weiter ortsauswärts in Richtung Haidhäuser aufgestellt wird – und damit weiter weg von den Häusern. Ihn verwundert zudem, wie die Baustelle gestartet ist. Zunächst war da tagelang ein tiefes Loch, das nicht abgesichert war. Bei Gemeinde, Polizei und Landkreis rief er deswegen an. Inzwischen ist das Loch abgesichert. Keine Infotafel erkläre, was hier überhaupt passiere, kritisiert von Seggern, Die Baugenehmigung hängt ziemlich provisorisch an einem Holzpfosten.

Bereits im Jahr 2016 war es um die Verbesserung der Mobilfunkversorgung im Dorf Brettorf gegangen. Der Plan der Telekom hing auch mit dem Wunsch der Bahn zusammen, die Funkverbindung entlang der Bahnstrecke Wildeshausen-Delmenhorst zu verbessern. Hohe Gebäude im Dorf schieden als Möglichkeit für Antennen jedoch aus. Die Mühle galt als zu alt, die neuen Silos der Genossenschaft kamen aus statischen Gründen nicht in Frage.

Ulrich Suttka Kanalmanagement / Redakteur
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