Brettorf Eine Schlange von 50 bis 60 Menschen hatte sich vor „Meyer’s Museumsladen“ in Brettorf versammelt. Sie alle wollten Samstagmorgen möglichst schnell in den alten Krämerladen der Familie Meyer, um beim Flohmarkt Relikte aus der guten alten Zeit mit nach Hause nehmen zu können. Interesse fand der Auflösungsflohmarkt auch beim NDR, der mit einem Kamerateam vor Ort war.

„93 Jahre der Einkaufsladen-Ära Meyer gehen damit langsam zu Ende“, erklärt Gerrit Meyer. Sein Vater Georg hatte über die Jahre alles angesammelt, was mit Werbung und ehemaligem Krämerladen zu tun hat. Dazu kamen unzählige kleine und große Bier- und Schnapsflaschen, Schreibmaschinen, Urkunden, Geld von damals und vieles mehr.

All das muss nun weg, denn Helga Meyer und Tochter Birgit wollen und können das Anwesen nicht mehr den Anforderungen entsprechend unterhalten. Und auch Sohn Gerrit ist nicht immer vor Ort, um den Museumsladen weiterzuführen und zu pflegen. „Deshalb haben wir uns entschlossen, zu verkaufen und den Laden aufzulösen“, erklärt Meyer und schließt wieder die Kasse.

„Das sind alles frei ausgehandelte Schätzpreise. Manchmal gebe ich etwas umsonst ab“, sagt er. So wie bei der kleinen Lisa, die ein Schild gefunden hat und es gerne bei sich im Zimmer aufhängen möchte.

Überhaupt sind es alte Reklameblechtafeln oder noch verschlossene Verpackungen, die schnell einen Abnehmer finden. „Mit Georgs Tod vor fünf Jahren ist auch die Seele des Ladens gestorben. Ich kann es nicht mehr weitermachen. Schweren Herzens habe ich der Auflösung zugestimmt“, sagt Helga Meyer.

Gerade kommt wieder eine größere Fahrradfahrergruppe um die Ecke. Sie alle strömen in den Tante-Emma-Laden, um in den Auslagen zu stöbern und Erinnerungen an längst vergangene Zeiten wach zu halten. Wohl fast jeder der Besucher würde am liebsten alles mitnehmen. „Doch wohin damit? – Das ist dann die zweite und viel entscheidendere Frage“, sagt Gerrit Meyer. Gespräche mit Bürgermeister und der AG Brettorfer Vereine, erklärt er, hätten auch keine Lösung gebracht.

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Nun geht alles den Gang jeden irdischen Daseins. „Was nicht an den Mann oder die Frau zu bringen ist, geht dann in den Container.“ Auch für Sohn Gerrit und dessen Mutter Helga keine leichte Entscheidung, aber offenbar unabwendbar.

Das Museumsdorf Cloppenburg zeigte an der Sammlung kein Interesse, heißt es. Einige Listen, Kladden und Bücher sicherte sich der Bürger- und Geschichtsvereins Wildeshausen. Auch der alten Ladentresen wird dem Verein übereignet.

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