Hude „Die Seuche der Zukunft“ – das ist der Ausdruck, den der Huder Arzt Dr. Helmut Alexander für die Entzündungskrankheit Borreliose hat. Der Grund: Immer mehr Zecken enthalten die gefährlichen Borrelien. „Das hat extrem zugenommen“, ist sich der Arzt sicher. Jetzt, wo die Gräser wieder sprießen und das saftige Grün im Hasbruch zu Spaziergängen einlädt, ist Vorsicht geboten.

90 Prozent der Menschen, die durch Zecken mit Borreliose infiziert wurden, werden ohne Probleme mit der Krankheit fertig, sagt Helmut Alexander. Der Rest aber habe schwer damit zu kämpfen. Das Tückische: Häufig treten erst Monate nach dem Zeckenbiss Symptome auf. Und die sind nicht klar zu definieren. Manche Patienten klagen über Rheuma, andere über Muskelschmerzen, Schwäche oder Schwindel. Er selbst habe auch schon mit Borreliose zu kämpfen gehabt, berichtet der Arzt. „Ich wollte damals fast meinen Beruf aufgeben, hatte Schmerzen und Gedächtnisstörungen. Inzwischen geht es mir aber wieder gut.“ Ihm habe die Behandlung mit naturheilkundlichen Methoden geholfen.

Damit es aber gar nicht so weit kommt, ist es besonders wichtig, bei Spaziergängen einige Regeln zu beachten. Rainer Steding, regionaler Pressesprecher der Landesforsten, erklärt, wie man sich vor Zeckenbissen schützen kann. Natürlich sei es ratsam, nicht durch hohes Gras oder dichtes Unterholz zu gehen, sondern auf den Wegen zu bleiben, wenn man durch den Wald geht. Wer die Hose in die Socken stopfe, gebe den Zecken keine Chance, am Bein hoch zu krabbeln. Und wer dann noch eine helle Hose trägt, kann die Zecken auch sehen, wenn sie außen auf der Hose sitzen.

„Grundsätzlich ist es wichtig, dass man daran denkt, sich nach einem Waldspaziergang gründlich abzusuchen. Die Zecken sitzen an versteckten Stellen, wie zum Beispiel in den Achselhöhlen“, sagt Rainer Steding.

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Arzt Helmut Alexander ergänzt: „Wenn man nach Hause kommt, sollte man die Kleidung durchsuchen. Häufig bleiben die Zecken in der Kleidung und beißen dann am nächsten Tag, wenn die Jacke wieder angezogen wird. Die sind robust die Viecher.“

Wer tatsächlich eine Zecke findet, muss sie sachgerecht entfernen. Es ist wichtig, dass der Körper der Zecke beim Entfernen nicht gequetscht wird. Wer sich das nicht zutraut, kann einen Arzt aufsuchen.

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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