Bookholzberg /Ganderkesee Toaster, Bauschutt, Hausmüll oder gleich ganze Waschmaschinen: Immer dreister, immer bequemer bei der Entsorgung von Müll zeigen sich offenbar mehr und mehr Bürger. Im Mittelhoop und an der Stenumer Straße bei Bookholzberg hat Wilke Oeltjen am Montag gleich zwei großflächige Müllablagerungen entdeckt. Auch der Fahrener Weg in Ganderkesee wurde wieder einmal als Müllkippe genutzt.

„Eine Waschmaschine, Spaten, Tretroller, Bauschutteimer und weiteren Unrat haben Unbekannte wohl über das Wochenende im Wald abgekippt“, berichtet Oeltjen, dem die Umweltverschmutzung am Montag während eines Spaziergangs mit seinem Hund aufgefallen war.

Die Anwohner des Fahrener Wegs leiden seit Jahren unter „Mülltourismus“. Am Montag wurde dem zuständigen Amt für Abfallwirtschaft des Landkreises an einem Feldrand ein großer Sack mit Abfall von der Warnflagge über Drahtreste bis zum Toaster gemeldet.

„Im Landkreis nimmt die illegale Entsorgung von Müll in der Landschaft weiter zu“, beklagt Stephanie Siefken-Hahn, Leiterin des Amts für Bodenschutz und Abfallwirtschaft. Das kann Mitarbeiter Tobias Bruns mit entsprechenden Zahlen belegen: „Im Jahr 2017 verzeichnete der Landkreis 734 illegale Müllentsorgungen, 2018 waren es bereits 867 und in den ersten sieben Monaten des Jahres sind es auch schon wieder 525 Fälle“, führt er an. Hochgerechnet auf 2019 könnten so 900 Fälle zusammenkomme, so seine düstere Prognose.

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Die hohe Zahl der Fälle treibt die Entsorgungskosten in die Höhe. 2017 fielen laut Kreis 50 000 Euro unter anderem für die Beseitigung des Abfalls, die Einleitung von Ordnungswidrigkeits- und Strafverfahren sowie für das Verteilen von Infoflyern an. Denn nicht immer können die Täter ermittelt werden. „Es ist nicht auszuschließen, dass die Müllgebühren irgendwann angehoben werden“, sagt Siefken-Hahn.

Dabei ist die Sperrmüllabfuhr für die rund 51 000 Haushalte im Kreis einmal im Jahr kostenfrei. Weiterhin gibt es fünf Wertstoffhöfe, darunter den an der Weststraße 10 in Ganderkesee. Erreichbar sind die Entsorgungsexperten hier unter Telefon    04222/47 513. Die Kreisverwaltung bittet Bürger, Umweltvergehen zu melden. „Am besten per E-Mail mit Handyfoto und GPS-Positionsdaten unter abfallwirtschaft@oldenburg-kreis“, sagt Tobias Bruns.

Thorsten Konkel Redakteur / Redaktion Ganderkesee
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