Betrifft: „Der Landkreis blüht auf“ (NWZ vom 22. August)

Der Titel des Berichts „Landkreis blüht überall auf“ klingt wie ein schöner Traum. Leider haben Träume den Nachteil, dass sie selten der Realität entsprechen.

Es ist gut, dass Blühstreifen und -flächen angelegt werden, um Wildtieren und insbesondere den Insekten Nahrung und Deckung zu bieten. Sie haben es in der heutigen von uns Menschen stark veränderten Landschaft sehr schwer. Allerdings darf dabei nicht übersehen werden, dass die genannten 290 ha weniger als 1 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche im Landkreis Oldenburg ausmachen. Über 99 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche werden somit mehr oder weniger intensiv bewirtschaftet.

Es ist heute unbestrittene wissenschaftliche Meinung, dass die intensive Landwirtschaft Ursache hoher Umweltbelastungen darstellt, erheblich zum Artensterben beiträgt und die Lebensgrundlagen von uns Menschen bedroht. Sehr deutlich wurde dieses durch den kürzlich vorgelegten Sonderbericht des Weltklimarates, der eine radikale Änderung der derzeitigen Landnutzung fordert, um die Lebensbedingungen der Menschheit weltweit zu sichern. Zum andern ist die Klage der EU gegen Deutschland wegen der Überdüngung landwirtschaftlicher Flächen und damit zu hoher Nitratwerte im Boden und Grundwasser zu nennen. (...)

Die derzeitige Situation ist meines Erachtens das Ergebnis einer völlig verfehlten Landwirtschaftspolitik. (...) Politik, Handel, Verbraucher und Landwirte sind gefordert, sich unverzüglich intensiv mit den Ursachen der derzeitigen Situation zu befassen und schnell zu wirksamen Verbesserungen zu kommen. Blühstreifen sind dabei nicht mehr als ein winziger Anfang!

Johannes Steffens Klattenhof

Betrifft: „Luft kommt wieder auf den Prüfstand“ (NWZ vom 17. August)

Die Autoindustrie bediente sich jahrelang zur Verschleierung der wahren Abgaswerte der Instrumente Schummelsoftware und Abschaltautomatik. Wenn ich die Absichten der Stadt und des Verkehrsvereins richtig deute, müssten erneut Verschleierungstechniken eingesetzt werden, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen. Denn die Luft im Luftkurort Wildeshausen ist alles andere als sauber und gesundheitsfördernd. Allein die Tatsache der potenziell schädigenden Immissionen durch umliegende, gewerbliche Emittenten (Tierfabriken mit Schweine- und Geflügelmast), ausgelöst durch großräumige Verfrachtungen, führt zur Gesundheitsgefährdung.

Am Sonntag, 15. Juli 2018, um 20 Uhr wurden auf dem Gildeplatz 7800 Feinstaubpartikel gemessen, bei ruhendem Straßenverkehr und als ständige Hintergrundbelastung. Der Kriterienkatalog für die Prädikatisierung zum Luftkurort fordert eine einwandfreie Luftqualität, die die Gesundheit fördert und sie nicht nachhaltig schädigt. Feinststaubkonzentrationen von weit mehr 2000 Partikel pro Kubikzentimeter sind in Wildeshausen vorhanden und schädigen die Gesundheit der Menschen – nicht nur der Touristen, die nach einem begrenzten Aufenthalt sich dieser Belastung wieder entziehen können.

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„Das Prädikat Luftkurort steht für Qualität – nämlich dafür, dass die Natur hier noch in Ordnung ist“, behauptet Daniela Baron vom Stadtmarketing. Vielleicht kommt es ja, vergleichbar mit der Automobilindustrie, zu Sammelklagen getäuschter Touristen und Anwohner gegen die Stadt wegen vorsätzlicher und unzulässiger Vorspiegelung falscher Tatsachen im Einklang mit fahrlässiger Gesundheitsgefährdung. Die Zeit wäre reif dafür.

Wilfried Papenhusen Wildeshausen

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