Bissel Enno Seeger ist auf dem Bauernhof aufgewachsen. Inzwischen führt der Landwirtschaftsmeister den Hof in Bissel in dritter Generation. Der 49-Jährige ist aber nicht nur Landwirt, sondern auch Energiewirt. „Von der Sauenhaltung allein könnten wir nicht leben, dafür sind die Schweinepreise zu schlecht“, sagt er in seiner Küche, als er mit Großenknetens Bürgermeister Thorsten Schmidtke und Bauamtsleiter Erhard Schröder bei einem Becher Kaffee zusammensitzt. „Wir gleichen das mit der Biogasanlage und Windkraft aus.“

Wärme für den Betrieb

Seit 2010 betreibt Enno Seeger zusammen mit einem zweiten Landwirt eine Biogaslage. „Die Wärme nutzen wir für unseren Betrieb, den Strom speisen wir ins öffentliche Netz ein.“ Am Windpark in Sichtweite des Hofes ist er mit anderen Landwirten beteiligt. Auf dem Dach eines Stalls ist auch noch eine Photovoltaikanlage installiert.

Schmidtke und Schröder hören genau zu, suchen regelmäßig das Gespräch mit Firmen in der Gemeinde. „Wir haben schon einige landwirtschaftliche Betriebe besucht, bei einem Sauenhalter sind wir aber noch nicht gewesen“, sagt Schröder. Es gebe auch gar nicht mehr viele in Großenkneten – keine zehn.

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Seeger führt seine Besucher über den Hof. Plastikgamaschen an den Füßen sind Pflicht. Wer in den Stall will, muss sich komplett umziehen, in Schutzkleidung schlüpfen und anschließend duschen. Seeger betreibt ein geschlossenes System. „Wir sind mit 1000 Mastplätzen, 500 Ferkelplätzen und 120 Sauenplätzen ein kleiner Betrieb“, meint er. Die Schwänze der Tiere würden noch ein Stück kupiert, die Ferkel nach wie vor in den ersten drei Lebenstagen kastriert. Seeger beschreibt die Ungleichbehandlung von Deutschland gegenüber Dänemark. Wenn die Auflagen weiter steigen würden, befürchtet er, dass in einigen Jahren alle Ferkel aus Dänemark kommen.

Eine Sau hat durchschnittlich 2,3 Würfe pro Jahr mit jeweils zwölf bis 14 Ferkeln. Die Besamung erfolgt künstlich. Nach 80 bis 90 Tagen gehen die Ferkel in die Mast, die 100 Tage dauert. Die Vermarktung erfolgt über die Viehverwertung Großenkneten.

Futter wird eingekauft

Zum Betrieb gehören 30 Hektar eigenes Land, 70 Hektar hat Enno Seeger dazu gepachtet. Sein Opa war 1930 mit elf Hektar Land angefangen. „Wir bauen 70 Prozent Mais und 30 Prozent Getreide an, die Ernte ist komplett für die Biogasanlage bestimmt.“ Das Futter für die Tiere kauft er fertig gemischt ein.

Insgesamt gibt es in der Gemeinde Großenkneten noch 200 landwirtschaftliche Betriebe, berichtet Schröder. 165 seien von der Landwirtschaftskammer im Rahmen der Bauleitplanung begutachtet worden. 72 Landwirte hätten angegeben, dass sie sich in der Zukunft eine Erweiterung ihres Betriebes vorstellen können. Seeger gehört auch dazu. Wie die Zukunft in Bissel aussehen wird, weiß er aber noch nicht. Seine zwei Jungs gehen noch zur Schule.

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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