Betrifft: Schönen Baum ohne Not gefällt, NWZ vom 14. Juli

Mitten im Sommer lässt der Landkreis Oldenburg eine lebenskräftige, stattliche, großkronige Eiche mit einem Stammdurchmesser von 70 Zentimetern fällen.

Begründung (siehe NWZ vom 2. Juli): Die Eiche sei „abgängig”. Wirklich? Wer hat das wie festgestellt? Wann?

Wir, ein fachkundiger Bekannter und ich, haben am 5. Juli vier gesunde Eichen gesehen! Das wird jetzt durch das Aussehen der Schnittfläche der gefällten Eiche bestätigt: Von der Mitte bis zum Rand ist nur gesundes Holz zu sehen.

Der Zeitpunkt des Fällens ruft weitere Fragen auf. Kennt der Landkreis Oldenburg das Niedersächsische Naturschutzgesetz nicht? Insbesondere den Paragraphen 37?

„Es ist verboten, ohne vernünftigen Grund Lebensstätten wildlebender Tier- und Pflanzenarten zu zerstören oder sonst erheblich zu beeinträchtigen.” Eine Eiche ist Lebensraum für bis zu 600 Arten von Kleinlebewesen, Flechten und Pflanzen. Hinzu kommt, dass der gefällte Baum und seine Nachbarn ganz offensichtlich zu einer deutlich erkennbaren Wallhecke gehören, die absolut geschützt ist.

Ferner: Kennt der Landkreis die Örtlichkeiten der Baustelle erst seit dem Einrichten der Baustelle vor 14 Tagen? Bei rechtzeitiger Planung und Betrachtung des Grundstückes hätte die Schule meines Erachtens so angeordnet werden können, dass Wallhecke und Baum erhalten geblieben wären. Wer hat hier geschlafen?

Leider ist festzustellen, dass der Naturschutz immer wieder das Nachsehen hat, wenn er den Interessen des wirtschaftenden Menschen entgegen steht.

Harry Beutler

Hude

*

So, so. Dieser schöne Baum, diese altehrwürdige, hundertjährige Eiche war also nicht mehr zu retten und musste gefällt werden.

Wie überaus beruhigend, dass man sich um die alte Dame vorher noch so dezidiert bemüht hatte.

Obwohl sich dem erbosten Leser durchaus eine andere Diagnosestellung aufdrängt: Möglicherweise war sie unheilbar an den Erweiterungsplänen des Landkreises erkrankt.

Gesund ist, was der Wirtschaft nützt – aber manchmal sind tödliche Baumkrankheiten und die Säge als Tatsachen schaffende Maßnahme auch nicht zu verachten.

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Sabine Junge

Hude

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