Stenum Die Zeit ist knapp, die Türen schließen sich nicht oder gehen gar nicht erst auf, die Schlüssel liegen nicht am gewohnten Platz oder der Tag beginnt in Hetze, weil der Wecker den Dienst quittiert hat – Hanna Otter-Sandstedt hätte die Liste jener Widrigkeiten, denen ein Bürgerbus-Fahrer ausgesetzt ist, vermutlich noch um einige Positionen fortsetzen können.

Was die Vorsitzende des Vereins Bürgerbus Ganderkesee bei der gut besuchten Jahreshauptversammlung in Lüschens Bauerndiele am Donnerstagabend jedoch deutlich machen wollte, war folgendes: Die Fahrer haben eine Menge Stress bei ihrer – immerhin ehrenamtlichen – Tätigkeit, was bei manch einem Ehrenamtlichen Gedanken ans Aufhören aufkommen lassen könnte. „Aus diesem Grund ist es wichtig, das Durchhaltevermögen zu belohnen“, hielt Hanna Otter-Sandstedt fest.

Zahlreiche gemeinsame Unternehmungen und Feiern wie Kohlfahrt, Osterfrühstück, Sommerfest und andere haben das 43 Frauen und Männer starke Fahrerteam in den vergangenen acht Jahren zu einer starken Gemeinschaft gemacht, die auch Krisen zu meistern weiß.

Das war auch nötig, wie die Rückschau der Vereinsvorsitzenden auf das vorige Jahr deutlich machte. Zahlreiche und teils aufwendige Reparaturen an der aus zwei laufend eingesetzten Bussen und einem Ersatzfahrzeug bestehenden Flotte waren erforderlich. Auch finanziell hatte der Verein mit dem knapp 30 000 Euro teuren Bau eines neuen Bus-Depots einiges zu stemmen. Hanna Otter-Sandstedt zeigte sich optimistisch, dass das Kassendefizit von 5700 Euro im laufenden Jahr leicht wieder ausgeglichen werde, da keine großen Investitionen mehr anstünden.

Doch die Zahlen zeugten auch 2012 wieder von einem lohnenden Engagement: 29 000 Fahrgäste hat der Bürgerbus laut Vorsitzendem Rolf Kuhlmann befördert und damit – wie Kuhlmann betonte – einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Kritische Stimmen gebe es freilich auch, räumte Kuhlmann ein. „Oft werden wir gefragt, ob sich der Betrieb denn überhaupt lohne.“ Das müsse man verneinen, so Kuhlmann, „aber dass es nur mit Zuschüssen der öffentlichen Hand geht, gilt für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr.“

Ganderkesees stellvertretende Bürgermeisterin Christel Zießler dankte dem Bürgerbusteam für sein Engagement. „Sie leisten hier Großartiges!“

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Dafür, dass sein erfolgreiches Projekt auch künftig fortbestehen wird, möchte der Vorstand des Bürgerbusvereins nun die Weichen stellen. „Wir müssen uns unbedingt verjüngen und brauchen Personen, die den Verein ab 2015 weiterführen“, erklärte Hanna Otter-Sandstedt am Donnerstagabend. Sie selbst und Ehemann Heinz Otter, der als Fahrdienstleiter fungiert, würden dann definitiv für keine weitere Amtszeit kandidieren. Für die Nachfolge wünsche sie sich einen „Menschen des Tuns“, der auch bereit sei, zugunsten des Vereins andere Termine abzusagen, so die Vereinsvorsitzende. „Es macht wirklich viel Spaß und vermittelt das gute Gefühl, etwas geschafft zu haben“, machte sie potenziellen Nachfolgern Mut.

Vorerst wurde der bewährte Vorstand noch einmal einstimmig und im Block wiedergewählt. Den Vorsitz behalten Hanna Otter-Sandstedt, Rolf Kuhlmann und Jürgen Kolata, die Kasse führt Monika Beinker, Schriftführer bleibt Helmut Dehne, Fahrdienstleiter Heinz Otter und den Beirat bilden Gabriela Brand, Thomas Hermann und Günter Prüss.

Karoline Schulz Redakteurin / Redaktion Ganderkesee
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