HABBRüGGE Täglich Bremerhaven und Hamburg, mehrmals in der Woche Holland und das Ruhrgebiet, regelmäßig Frankreich und Dänemark, gelegentlich Tschechien und Belgien oder auch mal Polen: Wenn Peter Abel die Ziele seiner Lkw-Flotte aufzählt, bekommt der Zuhörer einen Eindruck von den Dimensionen, in denen sich der Habbrügger Familienbetrieb mittlerweile bewegt. Wo sein Vater Kurt vor bald 40 Jahren mit einer kleinen Fischzucht anfing, steht heute ein Unternehmen mit 65 Beschäftigten, das deutschlandweit den Großhandel mit verzehrfertigem Süßwasserfisch beliefert.

Zehn Lkw Fisch pro Woche

Im Durchschnitt zehn Lkw-Ladungen lebende Fische kommen Woche für Woche in Habbrügge an. In den modernen Anlagen von „Forellen Abel“ werden sie geschlachtet, filetiert, portioniert, verpackt – und wieder auf den Weg geschickt. „Der größte Teil geht nach Bremerhaven“, erklärt Peter Abel, der gemeinsam mit seinem Vater Kurt die Geschäfte führt. Auch Mutter Hannegret und Peter Abels Frau Steffi arbeiten in der Firmenleitung mit.

Bremerhaven ist das größte Umschlagzentrum für den Fischhandel in Deutschland. Was die Großhändler dort übernehmen, wird weiterverkauft an die Gastronomie, an Großkantinen oder Verbrauchermärkte.

Überwiegend liefert Abel – wie der Firmenname sagt – Forellen: „Die machen 65 bis 70 Prozent des Geschäfts aus“, erklärt der Juniorchef. Daneben werden Saiblinge, Karpfen oder Aale verarbeitet, in jüngster Zeit auch mehr Dorade und Wolfsbarsch aus biologischer Zucht.

„Bio ist im Kommen“, meint Peter Abel. Die Züchter müssen besondere Auflagen beim Wasser beachten, spezielles Futter verwenden und viel weniger Fisch pro Kubikmeter Wasser in den Teichen halten. Für die Produktion in Habbrügge bringt „Bio“ keine zusätzlichen Anforderungen mit sich – jedoch etwa 25 Prozent mehr Kosten beim Einkauf. „Die Kunden sind aber bereit, dafür auch mehr zu bezahlen“, sagt Peter Abel.

Laufend zertifiziert

Mehr bezahlen musste auch der Betrieb in den letzten Jahren: für Zertifizierungen nämlich. „Wir lassen uns laufend zertifizieren“, betont der Juniorchef, „das ist sehr teuer, aber unsere Handelspartner verlangen das.“ Abel ärgert sich allerdings darüber, dass die hohen Standards nicht von allen Produzenten gleichermaßen verlangt werden. Andererseits sei es von Vorteil fürs Unternehmen, wenn höchste Anforderungen an die Qualität auch offiziell bescheinigt werden.

In neue Anlagen investieren muss „Forellen Abel“ ebenso laufend. Die Gebäude sind bereits modernisiert: 1999 entstand die Schlachterei, 2005 und 2006 wurden alle weiteren Altgebäude abgerissen und neu errichtet. Die Produktionskapazität, die vorher bei jährlich 800 Tonnen endete, hat sich dadurch auf bis zu 2500 Tonnen pro Jahr mehr als verdreifacht.

Enorm gewachsen ist auch der Fuhrpark: Fünf große Lkw für Lebendtransporte sind für „Forellen Abel“ unterwegs, dazu vier Kühlfahrzeuge, die den verarbeiteten Fisch ausliefern. Die Dienste einer Spedition in Anspruch zu nehmen, käme für Abel nicht in Frage: „Konserven fahren kann jeder“, sagt er, „aber der Transport lebender Forellen ist sehr speziell“.

Übrigens verlassen immerhin 20 Prozent der angelieferten Fische Habbrügge wieder lebend: Abel beliefert in ganz Deutschland Angel- und Zuchtbetriebe. „Da sind wir dann mal der Händler“, bemerkt der Juniorchef.

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Frisches Sortiment

Einzelhandel betreibt „Forellen Abel“ auch noch: Am Betriebsstandort in Habbrügge gibt es ein Fischgeschäft. Frischer Fisch, daneben auch eingelegte oder geräucherte Leckereien sowie Salate bedecken die Auslage. Das Sortiment wird täglich mit frischer Ware aus Bremerhaven aufgefüllt – da muss man ja sowieso jeden Tag hin...

Hergen Schelling Leitung / Redaktion für den Landkreis Oldenburg
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