Kirchhatten Wenige Wochen nachdem die Gemeinde Hatten die beiden Bebauungspläne für einen Windpark auf beiden Seiten der Hatter Landstraße – Höhe Imhagenweg – öffentlich ausgelegt hat, meldet sich eine in Gründung befindliche Bürgerinitiative zu Wort. Deren Hauptkritikpunkte sind die mögliche Höhe der dort geplanten acht Windkrafträder (knapp 200 m) sowie die als Mindestabstand zu Wohnhäusern definierte Entfernung (500 m).

Stattdessen fordert die Initiative, die am Donnerstagabend zur Bürgerfragestunde im Bau- und Planungsausschuss erschien, die Pläne so zu ändern, dass maximal eine Gesamthöhe von 150 Meter zulässig ist. Der Windpark an der Hatter Landstraße müsse „raumverträglich und mit Augenmaß“ gestaltet werden.

Aus Sicht der Initiative hätte ein Reduzieren der Gesamthöhe gleich mehrere Vorteile: die Nachtbeleuchtung der Windanlagen fällt weg, die Reichweite der Lärmemissionen wird geringer, der Erholungswert der freien Landschaft bleibt besser erhalten, die Windkrafträder beeinflussen weniger stark das Landschaftsbild. Anwohner des künftigen Windparkareals fürchteten auch um den Werterhalt ihres Grundbesitzes, heißt es in einem Flyer der Initiative. Der Gemeinde werfen die Bürger vor, seit drei Jahren hinter verschlossenen Türen zu planen.

Die weist diesen Vorwurf allerdings zurück. Seit Jahren sei immer wieder öffentlich über das Thema beraten worden, betont Bauamtsleiter Gerold Heidler. Als Zeichen, dass die Sorgen der Bürger ernst genommen werden, kommt der Bau- und Planungsausschuss dennoch am Montag, 16. Februar, ab 18 Uhr zu einer öffentlichen Sondersitzung zusammen. Alleiniger Beratungspunkt wird der Windpark sein.

Teilnehmen werden dann neben den Ausschussmitgliedern auch ein Experte für Schallschutz sowie ein Biologe, der über die Kompensationsmaßnahmen für den baulichen Eingriff in die Natur informiert. Bürgern werde die Möglichkeit gegeben, ihre Fragen zu stellen und Bedenken zu äußern, kündigt Bürgermeister Christian Pundt an. Zu rechtlichen Fragen wird ein Jurist Auskunft geben, der die Gemeinde schon vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg (OVG) vertreten hat.

Die Gemeinde Hatten ist bereits einmal mit einer Flächennutzungsplanänderung gescheitert, weil nach Auffassung des OVGs darin zu wenig Raum für Windparks gegeben wurde. Wegen einer weiteren Fläche bei Dingstede (Hinterm Holz) hat sie sich zur Teilnahme an einem Mediationsverfahren verpflichtet. „Wir sind gebrannte Kinder und könnten wieder vor Gericht scheitern“, warnt SPD-Ratsherr Axel Brammer vor zu restriktiven Vorgaben.

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Bürgermeister Pundt wird bereits am kommenden Dienstag, 10. Februar, zu einer um 19.30 Uhr beginnenden Veranstaltung der Bürgerinitiative Hatten - Windpark mit Augenmaß“ ins Hotel Meiners, Hatterwüsting, gehen.

Die acht Windkraftanlagen an der Hatter Landstraße errichten, möchte die EWE. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben beim Landkreis Oldenburg einen Antrag auf Genehmigung des Vorhabens gestellt. Geplant sind insgesamt acht Windenergieanlagen der Drei-Megawatt-Klasse mit einer Gesamtleistung von 24 Megawatt. Mit der Inbetriebnahme sollen Bürger der Gemeinde Hatten und die Grundeigentümer die Möglichkeit, insgesamt drei der acht Anlagen zu übernehmen. Die EWE will den Windpark schlüsselfertig planen und errichten.

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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