Grüppenbühren Viel Flugverkehr herrscht nicht mehr, Insekten sind in der kalten Jahreszeit kaum zu sehen. Was machen die Bienen denn jetzt? „Nicht viel“, lacht Jürgen Stöver, Imker. Bienen haben einen anderen Lebensrhythmus als Menschen: Ihre aktive Zeit geht nicht von Januar bis Dezember, sondern hauptsächlich von Juni bis September. Nach der letzten Honigernte bereiten sie sich auf das kommende Jahr vor.

„Seit bestimmt 20 Millionen Jahren lebt die Biene so, wie wir sie heute kennen“, erzählt Stöver, der Eingriff des Menschen sei somit etwas völlig Ungewohntes für die Insekten. Aufpassen muss der Hobbyimker auf seine Bienen aber trotzdem, denn „irgendwo ist immer was schief gegangen“. Vor allem in den letzten 20 bis 30 Jahren steht die Imkerei vor einem Riesenproblem: Die Varroamilbe kam aus Asien. Ein Parasit, der sich auf die Bienen setzt, und sich von ihrem Blut ernährt. Die asiatische Biene kommt laut Stöver prima mit der Milbe klar, der deutsche Artverwandte ist die Belastung aber nicht gewohnt: „Das ist, als hätte man ein Kaninchen im Nacken sitzen“, verdeutlicht er das schwere Schicksal der befallenen Bienen.

Eine richtige Antwort auf die Bedrohung des Milbenbefalls fehlt den Imkern noch. Stöver versucht, mit möglichst biologischen Mitteln wie Oxalsäure, die auch in Rhabarber vorkommt, eine Träufelbehandlung durchzuführen. „So fallen die Milben ab, für die Bienen ist es zwar unangenehm, aber sie halten durch“, meint er. Verluste an Bienen kann sich nämlich kein Imker erlauben: Ein Bienenvolk hat zur Hauptzeit etwa 50 000 Bienen, aber mehr als ein bis zwei Tote am Tag verträgt es kaum, denn Bienen sind innerhalb ihres Volkes komplett organisiert. Stirbt eine Biene, gibt es Probleme mit der Aufgabenverteilung.

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Den Bienen der Brüder Stöver scheint es allerdings dieses Jahr nicht so schlecht zu ergehen: Schon beim Betreten des Geländes sind vereinzelte Flieger zu sehen. Der Rest der Bienen sammelt sich in der Wintertraube. Sie beschützen damit die Königin und halten diese warm. Gestört werden sollten die Bienen in dieser Zeit aber möglichst nicht, da die Königin ersticken kann, wenn zu viel Bewegung in die Wintertraube kommt. Das Bienenvolk wartet in Ruhe auf wärmeres Wetter.

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