GANDERKESEE /HUDE Der Vergleich, den der Forstamtsleiter gebrauchte, passte wie die Faust aufs Auge: „Wir werden im Hasbruch“, versprach Dr. Martin Dippel am Dienstagabend dem Kreisumweltausschuss, „nicht wie die Axt im Walde hausen, darauf können Sie sich verlassen!“

Alle Zweifel konnte er damit aber nicht ausräumen: Nach wie vor plagt Behörden und Umweltschützer die Sorge, dass der auf zehn Jahre angelegte Erhaltungs- und Entwicklungsplan für den Hasbruch mehr zerstört als erhält – besonders bei den alten Eichen, die 160 bis 200 Jahre unter der Rinde haben. Dass in diesen Altbeständen „der Lebensraum arg dezimiert wird“, befürchtete etwa Georg Schinnerer von der unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis.

Mit der Zeit mehr Eichen

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Dippel hielt mit Zahlen dagegen: 17 000 Festmeter Eichenholz würden im Hasbruch in den zehn Jahren entnommen – übrigens nicht nur aus den ganz alten Beständen. Im gleichen Zeitraum werde man aber 16 000 Festmeter Eiche neu anpflanzen – junge Bäume, die größer werden, so dass der Eichenholzbestand mit der Zeit deutlich höher sein werde als jetzt. Ein Plus ergebe sich nicht nur nach Festmetern gerechnet, sondern auch in der Fläche: etwa 40 Hektar mehr Eichenwald.

Ließe man der Natur freien Lauf, erklärte der Leiter des Forstamtes Neuenburg weiter, sei es um die Eichen hingegen schlecht bestellt: Die alten Bäume nähmen den jüngeren das Licht, stattdessen würde sich dann die Buche weiter ausbreiten. „Wenn wir altes Eichenholz erhalten wollen“, so Dippel, „verlieren wir Eichenlebensraum“.

Das sahen einige Ausschussmitglieder anders: „Wir müssen sensibel mit den vorhandenen Eichenbeständen umgehen“, forderte Hartwig Dannemann, Kreisnaturschutzbeauftragter und beratendes Mitglied. Und Martin Brinkmann (Grüne) verwies darauf, dass Eichen ihren höchsten ökologischen Wert erst mit 300 Jahren erreichen: „Die brauchen noch Zeit!“

Runder Tisch ist gefragt

Zeit braucht jetzt auch der Umweltausschuss: Zunächst soll die Stellungnahme vom Runden Tisch Hasbruch abgewartet werden, auf dessen ausführliche Information besonders Martin Brinkmann drängte. Seine Forderung, den Runden Tisch auch in die Entscheidung mit einzubinden, wollte 1. Kreisrat Rolf Eilers allerdings nicht gelten lassen: „Das wäre so, als ob Sie bei der Post heiraten wollten.“ Entscheiden über den Erhaltungs- und Entwicklungsplan müsse letztlich der Landkreis. „Aber“, bat Eilers, „lassen Sie uns das im Konsens regeln.“

Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
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