WILDESHAUSEN Seit vier Jahren ist Jochen Eck von „Yeti Sport und Reisen“ Mitglied im Verkehrsverein Wildeshausen. Die Entwicklung der vergangenen Jahre sei gut, auch die Zusammenarbeit mit dem Verkehrsverein, sagte der Mann von der Oldenburger Firma, die Kanutouren auf der Hunte anbietet, auf der Jahreshauptversammlung des Vereins. Nach den freundlichen Worten kam er zum Anlass des Besuchs: überraschendes Störfeuer aus den Reihen des Stadtrates. Der hatte jüngst – entgegen der Verwaltungsvorlage – mit knapper Mehrheit abgelehnt, sich am Projekt Flusslandschaft Hunte zu beteiligen. Es ging um einen Eigenanteil von 3000 Euro für Einstiegs- und Ausstiegsstellen für Kanuten sowie Infotafeln.

Diesen Beschluss verstand Eck überhaupt nicht. Große Fördermittel würden akquiriert, um die Hunte im oberen Flusslauf von Dümmer bis Wildeshausen aufzuwerten und auch den sanften Tourismus mit Kanu und Rad zu fördern. Das Nein aus Wildeshausen sei da für die Zukunft nicht förderlich. Vielmehr würde die Stadt profitieren, so bei den Übernachtungen und in der Gastronomie. Die Stadt werde zum zentralen Punkt zwischen Dümmer und Oldenburg werden.

Bedenken der Ratsherren zerstreute er: Es seien keine lärmenden Flossfahrten geplant, der Eisvogel habe Ausweichquartiere. Da der Kanutourismus ohnehin kommen werde, sei es sinnvoll, ihn zu kanalisieren und Einstiegs- und Ausstiegsstellen zur Lenkung anzubieten und damit zu strukturieren. Auch die untere Naturschutzbehörde setze sich inzwischen für diese Line nach den positiven Erfahrungen zwischen Wildeshausen und Oldenburg ein.

Im Vorstand des Verkehrsvereins stieß Eck auf offene Ohren mit seiner Kritik an dem Ratsbeschluss. Otto Sandkuhl betonte, dass die Hunte „das Wahrzeichen“ der Region sei. Die touristische Chance nicht zu nutzen, „wäre destruktiv“. Büroleiterin Claudia Olberding hatte schon vor der Ratssitzung in einem Brief interveniert und um Unterstützung des Projektes erbeten. „Es wäre fatal, wenn zwischen Goldenstedt und Wildeshausen eine Lücke klaffen würde.“ Peter Hahn erinnerte daran, dass auch der sanfte Tourismus koordiniert werden müsste, damit es nicht zu Schäden für die Natur käme.

Derzeit sind 12- bis 13 000 Kanuten pro Jahr auf der Hunte unterwegs.

Bis auf Wildeshausen alle Kommunen an Bord

Mit ihrer Ablehnung steht die Stadt Wildeshausen allein auf weiter Flur in den Landkreisen Diepholz, Vechta und Oldenburg. Das bestätigte Detlef Tänzer vom Landkreis Diepholz auf NWZ-Nachfrage. In allen beteiligten Kommunen seien die Mittel bereits bewilligt oder liegen fertige Pläne in den Schubladen.

Vorrangig, so Tänzer, gehe es um die Renaturierung der Hunte, so Gestaltung der Randstreifen, Anschluss von Altarmen und Laufverlängerungen. Die Ein- und Ausstiegsstellen für Kanuten seien innerhalb des rund 4,5 Millionen großen Paketes (davon 3,9 Mio. Fördermittel) ein kleiner Aspekt.

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Die Gemeinde Goldenstedt hatte schnell reagiert und Fördermittel für die Ein- und Ausstiegsstellen von 70 000 Euro innerhalb des Naturparks Wildeshauser Geest (Goldenstedt, Twistringen, Samtgemeinde Harpstedt, Wildeshausen) gewonnen. Dadurch hätte der Wildeshauser Anteil auch nur 3000 Euro betragen. Denkbar: Die Einstiegs- und Ausstiegsstellen können auch so auf Wildeshauser Gebiet angelegt werden, da es sich um ein Landesgewässer handelt.

www.flusslandschaft-hunte.de

Ulrich Suttka Kanalmanagement / Redakteur
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