Achternholt Ein ganz besonderer Praktikant ist derzeit bei der Baumschule zu Jeddeloh in Achternholt zu Gast: Hyeonbong Kang aus Südkorea, von allen nur „Hajo“ genannt, arbeitet seit März auf den Feldern der Baumschule mit.

Der Kontakt kam durch den Deutschen Bauernverband zustande, erklärt Inhaber Gerd zu Jeddeloh: „Meine Tochter Silke hat durch den Verband einen Praktikumsplatz in Neuseeland bekommen und war 2013 dort. Daraufhin haben wir uns auch bereit erklärt, jemanden aufzunehmen.“ Silke zu Jeddeloh ergänzt: „Das war eine tolle Erfahrung. Mein Freund und ich wurden sehr positiv aufgenommen und wollten einfach etwas wiedergeben.“

Lange hörte die Familie nichts, bis der Verband nachfragte, ob sie sich vorstellen könnten, einen Koreaner bei sich aufzunehmen. Lange gezögert hat die Familie nicht, und auch Hajo freute sich bereits: „Ich mag Deutschland sehr gerne. Vor allem kann ich mich noch an die WM 2002 in Japan und Südkorea erinnern, als die Deutschen bis ins Finale gekommen sind“, sagt der 23-Jährige. Hajo lebt am Rande der Großstadt Seoul und bleibt bis kurz nach Silvester bei der Baumschule.

Doch sein Bild von Deutschland entsprach nicht dem, was er vorher im Reiseführer gelesen hatte: „Dort wird eher vermittelt, was in Süddeutschland üblich ist. Doch hier in Norddeutschland werden keine Schweinehaxen mit Sauerkraut, sondern Grünkohl gegessen“, nennt Hajo eine typisch norddeutsche Spezialität.

Doch Hajo ließ sich nicht nur die Spezialitäten der deutschen Küche zeigen: „Neulich hat er für uns eine Suppe gekocht und ein Hähnchenfleisch koreanisch zubereitet. Sehr lecker, aber mit der scharfen Soße sollte man sparsam sein“, berichtet Gerd zu Jeddeloh.

Die Familie und die Mitarbeiter freuen sich über die kulturelle Bereicherung auf den Feldern. Und auch Hajo ist voll zufrieden: „Ich studiere in Korea Forstwirtschaft und Gartenbau und Deutschland ist eines der am besten entwickeltesten Länder in diesem Bereich. Dadurch konnte ich bereits sehr viel lernen.“ Ein Auslandspraktikum sei in seinem Studiengang Pflicht, erklärt Hajo. Tendenziell sei es so, dass die Chancen besser sind, je weiter ein Praktikant von zuhause weg gehe.

In Südkorea hat Hajo bereits in der Forstwirtschaft gearbeitet. Die Erfahrungen, die er jetzt in Deutschland sammle, möchte er anschließend in seiner Heimat anwenden.

Der Koreaner ist zum ersten Mal überhaupt in Europa. Besonders gefällt ihm die Möglichkeit, schnell und unkompliziert überall hin zu reisen: „Südkorea ist an drei Seiten von Wasser umgeben und über die Grenze zu Nordkorea kann man nicht so einfach gehen“ erklärt Hajo. Als er mit dem Fahrrad in die Niederlande gefahren sei, habe er zum ersten Mal eine Grenze an Land passiert. „Das war ein tolles Gefühl“, berichtet Hajo.

Nils Coordes Redakteur / Newsdesk
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