COLNRADE Als Ofenbauer gibt es nur wenige Lehrstellen. Die Ausbildungsplatzinitiative „Zwaig“ informierte sich gestern über diesen seltenen Beruf.

Von Marén Bettmann COLNRADE - Es gab eine Zeit, da war der Beruf des Ofensetzers fast ausgestorben. Die Renaissance der Kamine und Öfen vor allem in privaten Wohnstuben hat den Kachelofen- und Luftheizungsbauer – wie er sich heute nennt – als Berufsbild wieder aufleben lassen. Einer der ganz wenigen Betriebe in der Region, die Ofenbauer ausbilden, ist das Ofenhaus Colnrade. Aus diesem Grund bekamen gestern die Firmeninhaber Julius und Hanna Dauskardt Besuch von Gerd Jacoby, stellvertretender Vorsitzender der Ausbildungsplatzinitiative Ganderkesee, Stadt Delmenhorst, Landkreis Oldenburg „Zwaig“. Zusammen mit Irina Börchers vom Arbeitgeberverband Oldenburg informierte sich Jacoby über diesen seltenen Beruf und warb beim Firmenchef für eine Mitgliedschaft im Verein „Zwaig“, der unter anderem Lehrstellen und Praktikumsplätze vermittelt.

Im Ofenhaus lernen zurzeit zwei Auszubildende. Einer davon ist Julian Aring, der in Colnrade aufwuchs, aber heute in Oldenburg wohnt. Aufgrund seines Abiturs ist er ein gewisser Exot in seiner Zunft. „Üblich ist eher ein Realschulabschluss, aber wir haben auch schon Hauptschüler genommen“, erzählt Hanna Dauskardt. Ihr Mann Julius ergänzt: „Eine Voraussetzung ist ein großes handwerkliches Geschick, weil mit vielen verschiedenen Materialien gearbeitet wird.“ Zudem verlange die Gestaltung eines Ofens und deren Umsetzung viel Kreativität. Um herauszufinden, ob einem jungen Menschen dieser Beruf liege, müsste zunächst eine Probezeit überstanden werden, so Dauskardt. Auch Praktikanten könnten in Colnrade in diesen Berufszweig hineinschnuppern.

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Julian Aring bereut nach vier Monaten noch nicht, sein Studium der Sozialarbeit abgebrochen zu haben: „Ofenbauer ist ein schöner, abwechslungsreicher Beruf.“ Er erfordere aber auch große Umsichtigkeit. „Wenn ich bei Kunden in der guten Stube bin, muss ich schon aufpassen, den hellen Teppich nicht dreckig zu machen.“

Da es in Deutschland nur fünf Berufsschulen gibt, die Ofenbauer ausbilden, muss sich Julian Aring regelmäßig nach Hannover zum dreiwöchigen Blockunterricht begeben. Auf dem Stundenplan stehen hier Fächer wie Technologie, Mathematik, Materialkunde und technisches Zeichnen.

Die Lehrzeit beträgt normalerweise drei Jahre, Julian Aring kann aufgrund seines Abiturs auf zwei Jahre verkürzen. Sein Juniorchef Björn Dauskardt, selbst gelernter Ofenbaumeister, weiß, was den „Azubi“ bei der Gesellenprüfung unter anderem erwartet: Schweißen, Löten, Kacheln behauen und Kernlöcher bohren. Der Wunsch nach einem Studienabschluss hat der 23-Jährige aber noch nicht begraben: „Vielleicht fange ich nach der Lehre noch ein Ingenieursstudium an.“

Für dieses Jahr suchen die Dauskardts wieder einen Auszubildenen. Arbeitsbeginn: 1. August.

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