Ganderkesee /Harpstedt Jahrelang wurde um den Landschaftschutz im mittleren Delmetal heftig gestritten: Umweltbehörden und Landwirtschaft hatten anfangs ziemlich konträre Vorstellungen davon, wie weit die Unterschutzstellung des teils noch naturnahen Flusslaufes mit seinen verschiedenen erhaltenswerten Arten gehen darf. Schließlich gelang aber ein Kompromiss und der Kreistag beschloss Ende 2010 die Verordnung für ein Landschaftsschutzgebiet.

„Das war ein guter Weg für alle Seiten“, findet mehr als drei Jahre später Georg Schinnerer vom Amt für Naturschutz und Landschaftspflege beim Landkreis Oldenburg. Er hatte seinerzeit bei der Planung durchaus Abstriche machen müssen; vor allem eine großzügig bemessene äußere Schutzzone wurde auf Intervention der betroffenen Landwirte gestrichen. Der Landschaftsschutz beschränkt sich nun vornehmlich auf die unmittelbaren Uferbereiche der Delme zwischen Harpstedt und Schlutter – 367 Hektar groß ist das Schutzgebiet, in dem unter anderem die seltene Bachmuschel vorkommt.

„Positive Effekte“

Mittlerweile sei ein Gewässerschutzplan erstellt worden, berichten Schinnerer und Amtsleiterin Eva-Maria Langfermann auf Nachfrage – und zwar „ungewöhnlich schnell“, so Langfermann. Nach nur einem halben Jahr war der Maßnahmenkatalog im September 2013 fertig – aufgrund der Landschaftsschutz-Planung lagen viele Daten bereits vor. „Wir wollen mit den Maßnahmen positive Effekte auslösen“, sagt die Amtsleiterin – und meint damit nicht nur die Verbesserung des Landschafts- und Artenschutzes, sondern auch eine Vorbildfunktion für private Grundbesitzer im Einzugsbereich der Delme. Zunächst würden aber nur auf öffentlichen Flächen Maßnahmen umgesetzt.

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Zuständig dafür ist der Ochtumverband (Harpstedt), der bereits erste Arbeiten in Angriff genommen hat. Nördlich von Harpstedt sei mit der Anpflanzung von Erlen begonnen worden, erklärt Geschäftsführer Matthias Stöver. Auch würden zurzeit Kiesbänke aufgeschüttet, um Laichplätze zu schaffen. Und mit dem Anlegen von Totholzbereichen wolle man Lebensraum für Kleinorganismen schaffen. „So wird die Artenvielfalt erhöht“, betont Stöver.

Wo und wie weitere Maßnahmen umgesetzt würden, so Stöver weiter, hänge von der Verfügbarkeit der Grundstücke ab. Dabei habe man auch die Landwirte im Blick: „Die müssen ihre Flächen nutzen können.“ Der Ochtumverband sei aber bestrebt, noch Gewässerrandstreifen zu erwerben.

Für die Maßnahmen in diesem Jahr hat der Verband laut Stöver 80 000 Euro bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz beantragt. Wieviel davon genehmigt werde, sei noch offen.

„Höchste Priorität“

Grundsätzlich macht sich der Ochtumverbands-Geschäftsführer aber um die finanzielle Ausstattung weiterer Projekte keine großen Sorgen: Wegen ihres „biologischen Besiedlungspotenzials“ habe die Delme „aus Landessicht höchste Priorität!“

Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
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