Protest
Anwohner zeichnen eigenen Bauplan

Mehr Grünfläche, nur eine Einfahrt und ein Krötentümpel: Die Bürgerinitiative Altengraben stellt sich das neue Baugebiet „Westlich zum Altengraben“ anders vor als die Gemeinde.

Bild: Gemeinde Ganderkesee
Das ist der Bebauungsplan 249 „Westlich Zum Altengraben“ der Gemeinde.Bild: Gemeinde Ganderkesee
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So stellt sich die Bürgerinitiative Altengraben das neue Baugebiet vor. Bild:
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Altengraben Ganz verhindern können sie das Baugebiet vor ihrer Haustür wohl nicht mehr, aber bei der Gestaltung wollen sie mitreden. Deshalb haben die Anwohner rund um das Baugebiet „Westlich Zum Altengraben“ nun einen eigenen Entwurf des Bauplans eingereicht.

Im Gegensatz zum offiziellen Bebauungsplan 249 sieht die Variante der Bürgerinitiative Altengraben statt zwei Einfahrten von der Straße „Zum Altengraben“ nur eine Einfahrt in das geplante Baugebiet vor. Im Vorschlag der Anwohner gibt es am Ende einen Wendehammer.

„Der Wendehammer schafft Abstand zur Landwirtschaft“, sagte Bonté Rippena, Sprecherin der Initiative, am Freitag bei einem Ortstermin mit den Freien Wählern. Denn nicht nur der Landwirt Bernfried Lüdeke selbst, auch die Anwohner befürchten Beschwerden der neuen Nachbarn über den Betrieb im Westen. Zudem fühlt sich Lüdeke eingeengt.

Vor dem denkmalgeschützten Anwesen im Norden soll es, entgegen der Planung der Gemeinde, keine Einfahrt in das Baugebiet geben. Hier sehen die Anwohner lediglich einen Rad- und Fußweg vor. Der soll mit Pollern begrenzt werden, die – etwa bei einem Rettungseinsatz – entfernt werden können.

Durch den Wendehammer stünde natürlich weniger Baufläche zur Verfügung, sagte Rippena. Die Gemeinde Ganderkesee hatte ursprünglich 16 Grundstücke vorgesehen. Im ersten Beteiligungsverfahren hatte der Naturschutzbund (Nabu) allerdings darauf hingewiesen, dass dort einige Fledermäuse leben. Deshalb sieht der Plan der zweiten öffentlichen Auslegung, die vom 17. September bis einschließlich 5. Oktober läuft, eine Wiese vor, damit stehen zwei Grundstücke weniger zur Verfügung.

Wenn es nach den Anwohnern geht, soll aber auch diese Wiese deutlich größer sein. Sie wollen die Streuobstwiese im Norden neben dem denkmalgeschützten Gebäude wieder herrichten – und sich in Zukunft auch drum kümmern. „Wir würden die Streuobstwiese pflegen und dafür einen Ortsverein gründen, weil wir die Natur schützen wollen“, sagte Rippena. Die Anwohner wollen so nicht nur Insekten, sondern auch Fledermäuse schützen. Sie hatten den Nabu auf das Fledermausvorkommen aufmerksam gemacht. Um die Tiere zu schützen, wollen sie auf der von ihnen vorgesehenen Streuobstwiese Fledermauskästen anbringen. Bernfried Lüdeke wies am Freitag zudem darauf hin, dass auch Eulen auf und rund um seinen landwirtschaftlichen Betrieb leben.

Am nördlichen Rand der Wiese haben die Anwohner außerdem einen Krötenteich vorgesehen. „Fledermäuse jagen gerne über Wasser“, begründete Rippena diese Idee.

Über die Anregungen, die während des Beteiligungsverfahrens eingehen, entscheidet der Rat. Spätestens zur Ratssitzung im Dezember werden die Ratsmitglieder die Unterlagen – und somit auch den alternativen Bauplan samt Erläuterungstext der Bürgerinitiative Altengraben – erhalten, so Peter Meyer, Fachbereichsleiter Gemeindeentwicklung der Gemeinde Ganderkesee. Ganz aussichtslos ist das Vorhaben der Anwohner nicht. In der Vergangenheit sei der Rat laut Meyer durchaus schon auf Anregungen der Bürger, die während der öffentlichen Auslegung eingereicht worden waren, eingegangen. Somit müssen die Anwohner nun die Mehrheit der Ratsmitglieder von ihren Ideen überzeugen.

Dem Bebauungsplan der Gemeinde Ganderkesee hatten nur SPD und CDU zugestimmt, Freie Wähler, Grüne, FDP und UWG lehnten diesen Plan ab. Damit stand es am Ende acht gegen fünf Stimmen für den Bebauungsplan 249 der Gemeinde.

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