LANDKREIS Monatelang wurde um die Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet „Delmetal zwischen Harpstedt und Delmenhorst“ gerungen. Der Konflikt zwischen Landwirtschaft und Naturschutz war offenkundig, wie Antje Reimann von der Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems (BSH) am Dienstag im Umweltausschuss des Kreises analysierte. Die dicksten Brocken scheinen aus dem Weg geräumt. „Mit der Gebietskulisse können wir gut leben“, sagte Franz-Josef Dasenbrock, Vertreter der Landwirtschaft in dem Gremium. „Das passt im Großen und Ganzen.“ Für den überarbeiteten Verordnungsentwurf steht nun in ein neues Auslegungs- und Beteiligungsverfahren an.

Georg Schinnerer von der Naturschutzbehörde und Dirk Röckendorf vom Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) erläuterten die Bedeutung des FFH-Gebiets und einzelne Punkte der neuen Verordnung. „Hier ist das letzte Vorkommen der Bachmuschel westlich der Weser“, so Röckendorf. Zunehmende Sandeinträge und die Ablagerung von Eisen- und Manganoxiden (Verockerung) würden die Arten bedrohen. Er empfahl einen „Sandfang“ im Mündungsbereich der Ellernbäke und Absetzbecken.

Günter Westermann (CDU) forderte leichte Korrekturen an der Satzung. Es könne nicht sein, dass bei forstwirtschaftlicher Nutzung jedesmal ein Antrag gestellt werden müsse. Dasenbrock wünschte sich eine einvernehmliche Lösung für vorhandene Drainagen. Diese müssten auch erneuert werden können. „Die alten Juckepunkte sind ausgeräumt“, meinte Herwig Wöbse (CDU). Es müsse dafür gesorgt werde, dass verunreinigtes Oberflächenwasser von der A 1 nicht in die Delme gelange. Ernst-August Bode (FDP) mahnte: „Die Landwirte müssen dort auch weiter wirtschaften können.“ Sie trügen maßgeblich Verantwortung für die Kulturlandschaft.

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Reimann rief die Kreisverwaltung auf, nicht locker zu lassen. In den Überflutungsraum gehöre keine Maisanbau. Martin Brinkmann (Grüne) bedauerte, dass von Seiten der Landwirtschaft nicht mehr Vorschläge zur Verbesserung der Wasserqualität vorlägen. Erster Kreisrat Carsten Harings warnte, das Beteiligungsverfahren schon vorweg zu nehmen. Es gebe noch reichlich Gelegenheit zur Korrektur. Die geänderte Verordnung soll nun bei Informationsveranstaltungen am Dienstag, 28. September (19 Uhr), im Hof Hoyerswege sowie am Donnerstag, 30. September (19.30), in der Schützenhalle Horstedt vorgestellt werden. Voraussichtlich am Dienstag, 9. November, ist das Thema erneut im Umweltausschuss, bevor im Dezember der Kreistag entscheidet.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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