Ahlhorn /Großenkneten Als die Pläne zur Bepflanzung der beiden Kreisverkehre in Großenkneten und Ahlhorn im November 2019 vorgestellt wurden, war so mancher überrascht. Auf rund 130 000 Euro belief sich damals die Gesamtsumme für die beiden Projekte, die der Planer Oliver Kilian errechnet hatte. Da schluckte mancher in der Ausschussrunde ob der Höhe, aber letztlich gab es doch eine eindeutige Mehrheit dafür.

Im Dezember folgte die Ausschreibung für die „Begrünung und Bepflanzung von zwei Kreisverkehrsplätzen in Ahlhorn und Großenkneten“. Das Ergebnis fiel so schlecht aus, dass die Gemeinde beim Kreisel in Kneten gar die Notbremse gezogen hat. Wegen Unwirtschaftlichkeit zieht sie die Ausschreibung zurück, wie Erster Gemeinderat Klaus Bigalke bestätigte. Hier wird sich im März nichts tun.

Von 77 200 Euro an Kosten für Arbeit und Material waren die Gemeinde und ihre Planer für die Mittelinsel sowie die vier Nebenbeete im Vorfeld ausgegangen. Doch die wenigen Angebote, die eintrafen, übertrafen den Kostenrahmen mehr als deutlich. Genaue Summen nannte Bauamtsleiter Erhard Schröder dabei nicht. Nach NWZ-Informationen liegt der Anstieg deutlich im zweistelligen Prozentbereich beziehungsweise fünfstelligen Eurobereich.

„Es gibt einen gewaltigen Auftragsdruck bei den Firmen“, berichtete Schröder. Von daher hätten sich überhaupt nur wenige Unternehmen beteiligt. Von denen werden, wie zu hören ist, dann Angebote abgegeben, nur um überhaupt reagiert zu haben. Die Summen sind dann so hoch gewählt, dass man den Auftrag nicht bekommt.

Beim Großenkneter Kreisel will die Verwaltung jetzt kurzfristig eine erneute Ausschreibung vornehmen, in der die Firmen aber erst im Herbst die Arbeiten erledigen müssen. Vorteil laut Schröder: Die Unternehmen haben einen deutlich größeren Planungsrahmen. Zudem besteht nicht die Gefahr, dass ein erneuter heißer Sommer die Pflanzen womöglich vertrocknen lässt oder sie mit hohem Aufwand gewässert werden müssen.

Bei der Gestaltung des Kreisels in Ahlhorn lief die Ausschreibung auch nicht viel besser. Hier waren 33 000 Euro als Ausgaben kalkuliert worden, „doch die Angebote liegen weit darüber“, so Schröder. Gleichwohl empfiehlt die Verwaltung der Politik, den Auftrag zu erteilen.

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Der Grund: Hier gibt es Zuschüsse aus dem Städtebauförderprogramm, so dass der (zusätzliche) Eigenanteil der Gemeinde überschaubar bleiben wird. 15 000 Euro sind zudem bereits vorab für die Skulpturen aufgewendet worden.

Dass die Ausschreibungen zur kostspieligen Überraschung werden, ist ein Trend. Die Auftragsbücher sind voll, die Baukonjunktur überhitzt. „Im Hochbau ist die Lage schwierig, im Tiefbau noch schwieriger“, so der Eindruck von Erhard Schröder. Angesichts von neuen, großen Auftragspaketen, die Bund und Land ankündigen, rechnet er mit einer weiteren Verschärfung auf dem Baumarkt samt höheren Preisen. Bei den diversen Ausschreibungen im Baubereich, die die Gemeinde aktuell anschiebt, ist wohl mit weiteren teureren Ergebnissen zu rechnen.

Ulrich Suttka Kanalmanagement / Redakteur
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