Hude Eine idyllische Ecke in Hude ist der Wanderweg am Geestrandgraben. Hoch gewachsene Birken, Erlen und Pappeln säumen den Wasserlauf und den beliebten Wanderweg. Um so mehr waren einige Huder erschüttert, als sie jetzt feststellen mussten, dass gerade in diesem Bereich die Motorsägen kreischen. „Immer weniger wird Hude zum Malen schön“, schimpfte eine NWZ -Leserin.

Auf einer Länge von rund 270 Metern ab Kleiner Klosterweg werden derzeit an der westlichen Seite des Geest­randgrabens alle Bäume abgesägt.

Aus Naturschutzsicht habe der Erhalt der Bäume erste Priorität, sagte Georg Schinnerer von der Unteren Naturschutzbehörde. „Es gab aber keine Möglichkeit, das zu verhindern“, stellte Schinnerer dazu am Dienstag fest. „Es gibt dort kein Schutzgebiet“, sagte er. Und der Entwässerungsverband habe gute Argumente gehabt für die Abholzung der Bäume, da es um die Sicherstellung des ordnungsgemäßen Ablaufs des Oberflächenwassers aus Richtung Hude gehe.

Der Entwässerungsverband Stedingen ist für die Unterhaltung des Geestrandgrabens zuständig und hat den Auftrag zu der Abholzung erteilt. Die Gemeinde ist Eigentümerin des Wanderweges.

Eine entsprechende Anfrage zur geplanten Abholzung durch den Entwässerungsverband hatte es schon im Februar 2014 gegeben, sagte Schinnerer. Die Maßnahme wurde dann aber auf Anfang 2015 verschoben, wie Jürgen Busch, Verbandstechniker beim Entwässerungsverband, auf Nachfrage der NWZ  erklärte.

Busch machte deutlich, wie wichtig es sei, dass das Gewässer funktioniere. „Die Niederschläge werden immer heftiger“, so Busch. Überschwemmungen seien vorprogrammiert, wenn der Wasserlauf nicht ausreichend gepflegt werde.

Laut Busch sind von den Bäumen, die in den 60er Jahren angepflanzt wurden, etliche morsch. Äste seien ins Wasser gefallen, hätten zu Auflandungen geführt, die den Wasserdurchfluss behinderten.

„Wir haben es uns auch nicht einfach gemacht“, so Busch. Aber es habe dringenden Handlungsbedarf gegeben. Er verwies darauf, dass einige morsche Bäume auch eine Gefahr für die Wanderer in diesem Bereich darstellten.

Einige der abgeholzten Bäume würden wieder ausschlagen, meinte der Verbandstechniker. Auch gebe es Überlegungen, Gruppen mit standortgerechten Gehölzen anzupflanzen.

Die Fällarbeiten sollen voraussichtlich noch bis zu diesem Mittwoch andauern. Dann wird das Holz entfernt. Danach rückt der Bagger an, um die Auflandungen im Bachlauf zu beseitigen.

Klaus-Dieter Derke Hude / Redaktion Hude
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