BOOKHOLZBERG Im Herzogtum Oldenburg waren die Landwirte noch Anfang des 19. Jahrhunderts gehalten, stets bei einer bestimmten Mühle ihr Getreide zu mahlen. Für die oldenburgische Gemeinde Ganderkesee war dieses nur bei den im Eigentum der adeligen Familie von Witzleben befindlichen Wassermühlen in Elmeloh, Delmenhorst, Düpe und Hude möglich. Um diesem lästigen Zwang zu entgehen, hatten einige Landwirte auf ihren Höfen Handmühlen, mit denen sie das für den eigenen Bedarf benötigte Mehl mahlten.

Nach Einführung der Mühlenfreiheit wurden auf der hohen Geest sieben Windmühlen errichtet, und zwar 1850 in Bergedorf und Bookhorn, 1854 in Hohenheide, 1873 in Schlutter, 1880 in Ganderkesee, 1893 in Adelheide und 1903 in Buschhagen (Hoykenkamp). Heute sind diese Windmühlen im Wesentlichen verschwunden.

Bereits um 1900 hatte mit dem Einzug der Dampfmaschine und des Dieselmotors das Mühlensterben begonnen. Mit der Einführung der elektrischen Energie nach dem Ersten Weltkrieg wurden bei den Windmühlen in Bergedorf, Buschhagen und Schlutter die Mühlenflügel abmontiert.

Eine Windmühle, die nach dem Zweiten Weltkrieg noch vorhanden war: die auf der Hohen Heide, die weit vom Bookholzberger Geestrand in das Stedinger Land und das Weserurstromtal schaute.

Conrad Müller, Gut Nutzhorn, hatte diese Korn- und Pellmühle (= Graupenmühle), ein sogenannter Galerie-Holländer, 1854 erbaut. 1897 erwarb der Müller Hoyer die Windmühle; 1906 brannte sie bis auf die Grundmauern nieder, wurde aber noch im selben Jahr auf der Hohen Heide wieder aufgebaut und 1926 mit einem Dieselmotor ausgestattet.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den NWZ-Wirtschafts-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Im Jahr 1926 heiratete Emil Ohlebusch Adele Hoyer und übernahm die Hoyer-Landstelle und -Windmühle. Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte die jetzt „Ohlebusch-Windmühle“ genannte Mühle ihren Betrieb ein.

1951 wurde sie abgerissen, weil die Mittel für eine größere Instandsetzung nicht aufgebracht werden konnten. Keine Behörde oder Amt war bereit, den Eigentümer Emil Ohlebusch hierbei zu unterstützen. So wurde eine Chance vertan, in Bookholzberg ein Windmühlendenkmal zu erhalten.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.